{"id":137,"date":"2017-07-08T12:33:11","date_gmt":"2017-07-08T10:33:11","guid":{"rendered":"http:\/\/editionandreasirle.com\/?page_id=137"},"modified":"2020-04-15T18:25:09","modified_gmt":"2020-04-15T16:25:09","slug":"t-kaleidoskop-der-welten","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/spatterlight.de\/?page_id=137","title":{"rendered":"Kaleidoskop der Welten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-940\" src=\"http:\/\/spatterlight.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Kaleidoskop-der-Welten-DE-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/spatterlight.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Kaleidoskop-der-Welten-DE-225x300.jpg 225w, http:\/\/spatterlight.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Kaleidoskop-der-Welten-DE-768x1024.jpg 768w, http:\/\/spatterlight.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Kaleidoskop-der-Welten-DE.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ports of Call<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">USA, 1998<br \/>\n\u00dcbersetzt von Andreas Irle<br \/>\n329 Seiten<br \/>\nSpatterlight, 2020<br \/>\nISBN\u00a0 978-1-61947-389-8<br \/>\n\u20ac 4,99<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Kaleidoskop-Welten-Lurulu-Jack-Vance-ebook\/dp\/B081S72MYF\/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;keywords=jack+vance&amp;qid=1574434953&amp;s=digital-text&amp;sr=1-1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">amazon<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.xinxii.com\/kaleidoskop-der-welten-501553\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Spatterlight-Shop<\/a><\/p>\n<p>\u00bbWie sie sehen k\u00f6nnen\u00ab, sagte Maloof, \u00bbist der Frachtaufseher ein Mann eisernen Willens und unerbittlicher Veranlagung. Er hat einen Verstand wie eine Falle und toleriert keine Unversch\u00e4mtheiten von Seiten des Lagerarbeiters, sei dieser auch noch so hartn\u00e4ckig.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbIch werde mein Bestes geben\u00ab, sagte Myron mit f\u00fcgsamer Stimme.<\/p>\n<p>\u00bbDas sollte reichen\u00ab, sagte Maloof. \u00bbWir reisen mit zu wenig Personal auf der Glicca. Jeder ist vielseitig, besonders der Frachtaufseher, der zuweilen dem Koch und dem Ingenieur helfen muss oder als allgemeiner Deckshelfer fungiert. Sind sie sich \u00fcber all das im Klaren?\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbJetzt bin ich es.\u00ab<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des fr\u00fchen Nachmittags suchten Kapit\u00e4n Maloof und Myron die Terminallobby auf. Auf der gegen\u00fcberliegenden Seite sa\u00df eine Anzahl von Verschiffungsagenten in kleinen B\u00fcros. Vor jedem B\u00fcro listeten Schwarze Bretter die Frachtpartien auf, die der Agent f\u00fcr die Verschiffung vorgesehen hatte.<\/p>\n<p>\u00bbHier ist es, wo das Gesch\u00e4ft kompliziert wird\u00ab, sagte Maloof zu Myron. \u00bbWenn es lediglich eine Angelegenheit w\u00e4re, die Fracht von A nach B zu transportieren, dann sogleich eine weitere Fracht aufzunehmen und von B nach C zu bringen, dann von C nach D und so weiter, w\u00e4ren wir alle reich und nerv\u00f6se Hysterie w\u00e4re unbekannt. Aber so einfach ist es nie.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbWas ist mit Passagieren?\u00ab<\/p>\n<p>Maloof zog ein verdrie\u00dfliches Gesicht. \u00bbPassagiere sind, bestenfalls, ein notwendiges \u00dcbel. Ansonsten sind sie kaprizi\u00f6s. Sie beschweren sich. Sie \u00e4ndern ihre Meinung. Sie streiten. Sie verlangen Extras, von denen sie hoffen, dass sie kostenlos zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Sie durchstreifen das Steuerhaus. Sie sitzen in meinem Stuhl und lesen meine B\u00fccher. Wingo ist viel zu nett zu ihnen. Schwatzendale schielt nach den Frauen und spielt mit jedem, den er durcheinanderbringen kann. Fracht ist besser. Sie ist ruhig und verlangt nicht nach Unterhaltung. Kommen Sie, lassen Sie uns herausfinden, was heute angeboten wird.\u00ab<\/p>\n<p>Maloof und Myron machten einen Rundgang um die Schwarzen Bretter. Statt sich Notizen zu machen oder mit den Agenten zu beraten, fotografierte Maloof die Auflistungen. \u00bbDas ist die einfachste Methode,\u00ab erz\u00e4hlte er Myron. \u00bbNoch etwas, was bedacht werden muss: Fracht f\u00fcr ein unpassendes Ziel, kann h\u00e4ufig an einem Verbindungshafen zum Umladen gel\u00f6scht werden. Ein Gro\u00dfteil der heute aufgelisteten Frachten wurde zu genau diesem Zweck hier entladen.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbDas Gesch\u00e4ft ist verwickelter, als ich erwartet hatte\u00ab, sagte Myron.<\/p>\n<p>\u00bbGanz recht. Eine profitable Fracht zusammenzustellen ist zu einem Teil Logik, zu zwei Teilen Intuition und zu drei Teilen Gl\u00fcck, besonders wenn wir hoffen, Gelegenheitsfrachten entlang des Weges aufzunehmen.\u00ab<\/p>\n<p>Die zwei kehrten zur Glicca zur\u00fcck. Maloof gab seine Fotografien in den Scanner des Schiffscomputers ein, wo die Informationen aufgenommen und verarbeitet wurden. Maloof sagte zu Myron: \u00bbIch habe den Apparat angewiesen, etwas zu l\u00f6sen, was als das \u203aProblem des reisenden Verk\u00e4ufers\u2039 bekannt ist. Kennen Sie es?\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbNein, ich glaube nicht.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbDie Frage ist, wie ein Gesch\u00e4ftsmann seine Route zwischen einer Anzahl von St\u00e4dten w\u00e4hlen sollte, um den Reiseweg zu minimieren. Es ist ein schwieriges Problem in seiner einfachsten Form; ich habe es um verschiedene Gr\u00f6\u00dfenordnungen schwieriger gemacht, indem ich zwei neue Variablen eingef\u00fchrt habe: die dritte Dimension und Profit. Ungl\u00fccklicher-weise kann der Apparat keine en route aufgenommen Gelegenheitsfrachten fakturieren, deshalb ist die L\u00f6sung nicht exakt.\u00ab<\/p>\n<p>F\u00fcnf Minuten vergingen. Der Computer erzeugte ein Klingeln aus drei L\u00e4uten. \u00bbDie L\u00f6sung ist bei der Hand\u00ab, sagte Maloof. \u00bbDer Apparat ist mit sich zufrieden.\u00ab Er lenkte Myrons Aufmerksamkeit auf eine Projektionszelle, die eine Vielzahl wei\u00dfer Funken und drei F\u00e4den aus farbigem Licht, rot, blau und gr\u00fcn, zeigte. Jeder Faden folgte einer Zickzackspur von Funke zu Funke.<\/p>\n<p>Maloof fragte: \u00bbVerstehen Sie, was Sie sehen?\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbJa. Die Funken sind Sterne; die farbigen Linien stellen m\u00f6gliche Reiserouten von Stern zu Stern dar. Sie alle beginnen in Port Tanjee und enden bei verschiedenen Sternen.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbRichtig\u00ab, sagte Maloof, \u00bbobwohl die Routenziele flexibel sind und von den Gelegenheitsfrachten abh\u00e4ngen.\u00ab Er nahm einen Ausdruck aus einem Schlitz im Computer. F\u00fcr einige Minuten studierte er die Daten, dann blickte er zur Projektionszelle zur\u00fcck. \u00bbDer \u203ablaue\u2039 Kurs wird der beste sein. Duhail, auf Scropus, wird die erste Kreuzung sein; als n\u00e4chstes nach Coro-Coro; dann hinaus nach Cax auf Blenkinsop, was eine weitere Kreuzung ist.\u00ab Er faltete das Datenblatt und steckte es in seine Tasche. \u00bbNun beginnt die richtige Arbeit, das Verhandeln der Kontrakte. Profit aus den Agenten zu ziehen ist wie das Wegschnappen von rotem Fleisch aus den Kiefern von W\u00f6lfen. Doch versuchen k\u00f6nnen wir es und am Ende \u00fcberlassen sie uns mitunter einen oder zwei Bissen.\u00ab<\/p>\n<p>Maloof und Myron kehrten zur Terminallobby zur\u00fcck. Mit dem Ausdruck vom Computer in der Hand war Maloof in der Lage Frachten entlang der \u203ablauen\u2039 Route zu vereinbaren. Myron beobachtete die Verhandlungen mit Interesse. Maloofs Methoden waren l\u00e4ssig und nahezu geistesabwesend. Aber es schien Myron, als schritte die Arbeit prompt voran und erbringe Resultate, die Maloof offensichtlich zufrieden stellten. Schlie\u00dflich bat Myron um eine Erkl\u00e4rung. \u00bbWeshalb l\u00e4uft alles so glatt?\u00ab<\/p>\n<p>Maloof l\u00e4chelte. \u00bbAus verschiedenen Gr\u00fcnden. Ich verlange keine unversch\u00e4mten Zugest\u00e4ndnisse, so dass sich niemand beleidigt f\u00fchlt. Noch wichtiger, es sind Waisenfrachten, deren Bestimmungen weitab der fahrplanm\u00e4\u00dfigen Routen liegen, wo die Zustellung ungewiss ist. Der Agent muss warten, bis er ein Vagabundenschiff wie die Glicca findet. Da er \u00dcberliegegeb\u00fchr f\u00fcr die Fracht bezahlt, verliert er jeden Tag, den die Ladung im Lagerhaus liegt, Geld. In den meisten F\u00e4llen ist der Agent begieriger darauf, die Fracht auf den Weg zu bekommen, als ich sie zu bef\u00f6rdern. Heute sind uns die Kontrakte recht gut gelungen, aber ich bezweifele, dass wir die Kapazit\u00e4t auch nur ann\u00e4hernd erreicht haben. Wir m\u00fcssen schauen, was wir noch auftreiben k\u00f6nnen.\u00ab<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Abends bereitete Myron ein Manifest vor und plante das effiziente Stauen der neuen Ladung. Am Morgen wurden die zu transportierenden Partien unter Myrons besorgter Aufsicht vom Warenhaus zum Ladedock bef\u00f6rdert, dann in die Ladebuchten der Glicca ger\u00e4umt. Wie Maloof bef\u00fcrchtet hatte, war die Fracht unzureichend und eine vollst\u00e4ndige Ladebucht blieb leer.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Mittnachmittags kehrten Maloof und Myron in der Hoffnung zur Terminallobby zur\u00fcck, neu ausgeschriebene Frachtpartien zu entdecken, aber nichts hatte sich ge\u00e4ndert und nur wenige B\u00fcros blieben ge\u00f6ffnet. In einem dieser B\u00fcros konferierte ein st\u00e4mmiger schwarzb\u00e4rtiger Mann, der einen braun-schwarz gestreiften Kaftan trug, in abwechselnd schmeichlerischer und aufdringlicher Manier mit dem Agenten. Er gab seinen Bemerkungen mit vehementen Geb\u00e4rden Nachdruck. Um nicht zur\u00fcckzustehen, reagierte nun der Agent seinerseits mit Geb\u00e4rden, die seine Unf\u00e4higkeit ausdr\u00fcckten die Nachfrage des anderen zu erf\u00fcllen. Seine Geduld hing schlie\u00dflich am seidenen Faden. Er lehnte sich in seinem Stuhl zur\u00fcck und sch\u00fcttelte in einer letzten Zur\u00fcckweisung der Nachfrage seinen Kopf. Mit beinahe greifbarer Erleichterung bemerkte er Maloof und deutete; der schwarzb\u00e4rtige Mann drehte sich herum, sp\u00e4hte in Richtung Maloof, verlie\u00df sogleich das B\u00fcro des Agenten und durchquerte die Lobby im Trab.<\/p>\n<p>Maloof hatte die Ereignisfolge bemerkt und sein Ausdruck wurde niedergeschlagen. Er murmelte Myron zu: \u00bbEs nahen schlechte Neuigkeiten! Ich entdecke einen Passagier.\u00ab<\/p>\n<p>Der Mann im Kaftan hielt inne. Er war von mittelm\u00e4\u00dfiger Statur, hatte kleine H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe und einen dezenten Bauch. Schwarze Locken bedeckten seinen Kopf; sein schwarzer Bart war rechteckig bis f\u00fcnf Zentimeter unter sein Kinn getrimmt; vorstehende braune Hundeaugen blickten aus einem runden ernsten Gesicht. Er stellte sich vor. \u00bbIch bin Deter Kalash von Loisonville auf der Welt Komard. Mein Status ist, wie Sie leicht erkennen k\u00f6nnen, gut. Tats\u00e4chlich bin ich Per-rumpter der Klantik-Sekte und diene nun als Wegfinder f\u00fcr ein Kontingent von zehn Pilgern. Wir sind unterwegs nach Impy\u2019s Landing auf Kyril. Bisher ist unsere Reise nicht erfreulich gewesen. In vollem Vertrauen auf eine Fahrt bis unmittelbar nach Impy\u2019s Landing nahmen wir Passage an Bord der Bazard Cosway. Aber Kapit\u00e4n Vogler \u00e4nderte v\u00f6llig r\u00fccksichtslos den Kurs und setzte uns mit unserer Bagage hier ab. Dies hat uns gro\u00dfe Unannehmlichkeiten bereitet, da f\u00fcr uns die Zeit von Bedeutung ist.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbSehr bedauerlich!\u00ab sagte Maloof. \u00bbNichtsdestoweniger ...\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbEinen Augenblick, wenn es Ihnen recht ist! Mir wurde gesagt, dass Ihre Reiseroute Sie durch die Pergolaregion in Richtung Kyril f\u00fchrt, wenn nicht gar nach Kyril selbst! Deshalb w\u00fcnsche ich diesmal \u00fcber eine Passage f\u00fcr elf Personen und elf Kisten mit heiligen Materialien in \u203aErster Klasse\u2039-Qualit\u00e4t nach Impy\u2019s Landing zu verhandeln. Wir kommen nat\u00fcrlich f\u00fcr den Almosensatz in Frage und unsere geweihten Kisten ohne Berechnung, umsonst und frei, wie es ohne Zweifel Ihre Verfahrensweise ist.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbNicht immer\u00ab, sagte Maloof. \u00bbEigentlich nie.\u00ab<\/p>\n<p>Kalashs Augen wurden rund vor \u00dcberraschung. \u00bbIch muss auf den \u00fcblichen priesterlichen Zugest\u00e4ndnissen bestehen!\u00ab<\/p>\n<p>Maloof seufzte tief. \u00bbEntschuldigen Sie mich einen Augenblick.\u00ab Er durchquerte die Lobby zum B\u00fcro des Verschiffungsagenten. Er stellte eine Frage; der Agent holte verschiedene Karten heraus, die Maloof zu Rate zog. Ebenso studierte er eine Projektion vom Computer des Agenten. Dann kehrte er zur\u00fcck zu Kalash und Myron und deutete ihnen an Platz zu nehmen. Als die Drei sich niedergelassen hatten, wandte Maloof sich an Kalash. \u00bbIch nehme an, Sie haben Mittel bei sich, um die Transitgeb\u00fchren zu bezahlen?\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbSelbstverst\u00e4ndlich\u00ab, sagte Kalash mit in der W\u00fcrde verletzter Stimme. \u00bbHalten Sie uns f\u00fcr Spurioniten oder f\u00fcr die Bruderschaft der Verdammten?\u00ab<\/p>\n<p>Maloof zuckte mit den Schultern. \u00bbF\u00fcr mich sind sie alle gleich, ist erst der Fahrpreis entrichtet.\u00ab Er holte einen Block gelbes Papier und einen Stylus hervor. \u00bbNun denn: eins nach dem anderen. Sie w\u00fcnschen Passage f\u00fcr elf Personen mit Bagage nach Impy\u2019s Landing auf Kyril.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbExakt! Wir bevorzugen die semi-luxuri\u00f6se \u203aErste Klasse\u2039-Kategorie. Die Bagage sollte, ob ihrer Natur, besondere Behandlung erfahren.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbBeschreiben Sie diese Bagage, wenn es Ihnen recht ist.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbDa gibt es nichts zu beschreiben\u00ab, sagte Kalash gereizt. \u00bbJeder von uns tr\u00e4gt, zus\u00e4tzlich zu seiner pers\u00f6nlichen Habe, einen Anteil an heiligem Material mit sich.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbIn einer Kiste? Ist das Ihre \u00fcbliche Verfahrensweise?\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbBis zu einem gewissen Grad. Nun denn! Was die K\u00fcche anbelangt, wir sind lediglich etwas pingelig, was ...\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbKein Zweifel. Aber zun\u00e4chst noch einige weitere Fragen. Was enthalten diese Kisten?\u00ab<\/p>\n<p>Kalash runzelte die Stirn. \u00bbJeder von uns bringt geweihtes Material mit, um die Substanz Kyrils zu bereichern.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbSind die Kisten \u00e4hnlich in ihrer Gr\u00f6\u00dfe?\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbSie sind identisch.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbAha! Und wie sind die Ausma\u00dfe jeder der Kisten?\u00ab<\/p>\n<p>Kalash vollf\u00fchrte eine mitteilsame Geb\u00e4rde. \u00bbIch habe keine Ahnung; solche Details sind f\u00fcr mich nicht von Interesse. Nun denn, was die K\u00fcche betrifft ...\u00ab<\/p>\n<p>Maloof lie\u00df sich nicht ablenken. \u00bbSind die Kisten in etwa so hoch?\u00ab Seine Hand etwa einen halben Meter \u00fcber dem Boden haltend, blickte Maloof Kalash fragend an.<\/p>\n<p>\u00bbIch denke schon, mehr oder weniger. Irgendwo in der N\u00e4he, w\u00fcrde ich sagen.\u00ab<\/p>\n<p>Maloof hob die Hand um einen weiteren Viertelmeter. \u00bbSo hoch?\u00ab<\/p>\n<p>Kalash lachte. \u00bbVielleicht \u2013 aber denken Sie daran! Ich bin weder Mathematiker noch ausgebildeter Sch\u00e4tzer.\u00ab<\/p>\n<p>Maloof hob seine Hand in eine H\u00f6he von anderthalb Meter \u00fcber dem Boden. \u00bbSo hoch wie dies?\u00ab<\/p>\n<p>Kalash blickte missmutig. \u00bbNein, so hoch gewiss nicht.\u00ab<\/p>\n<p>Maloof kritzelte eine Notiz. \u00bbSagen wir vorl\u00e4ufig einein-viertel Meter, vorbehaltlich \u00c4nderungen. Wie breit sind diese Kisten? Ungef\u00e4hr so?\u00ab<\/p>\n<p>Kalash r\u00e4umte schlie\u00dflich ein, dass die Ma\u00dfe jeder Kiste ungef\u00e4hr anderthalb Meter in der L\u00e4nge, dreiviertel Meter in der Breite und eineinviertel Meter in der H\u00f6he waren.<\/p>\n<p>Maloof machte Notizen. \u00bbUnd es handelt sich um elf solcher Kisten?\u00ab<\/p>\n<p>Kalash nickte knapp. \u00bbMerken Sie sich: alle sind erf\u00fcllt von einer starken spirituellen Inspiration.\u00ab<\/p>\n<p>Maloof stellte Berechnungen an. \u00bbSie werden ein Viertel einer Ladebucht einnehmen. Die Bruttosubstanz wird unseren \u00fcblichen Satz in Anspruch nehmen, einschlie\u00dflich Inspiration. Als besonderes Zugest\u00e4ndnis wird die Inspiration ohne Zuschlag bef\u00f6rdert.\u00ab<\/p>\n<p>Kalash schrie im Protest auf, aber Maloof beachtete ihn nicht. \u00bbEs gibt noch einen weiteren Aspekt bei der Sache. Unsere Reiseroute schlie\u00dft Kyril nicht mit ein. Wir werden Sie in Coro-Coro auf Fluter absetzen. Das ist der Verbindungsknoten von dem Sie nach Kyril umsteigen k\u00f6nnen.\u00ab<\/p>\n<p>Kalashs Augen wurden rund und feucht. \u00bbDas ist keine erfreuliche Aussicht! Uns geht es darum, unserem F\u00fcnfjahres-Rondell nachzugehen! Sicherlich k\u00f6nnen Sie schr\u00e4g abdrehen, damit Kyril in die Route mit eingeschlossen wird und uns nach Impy\u2019s Landing hinunterbringen! Es w\u00e4re eine relativ geringf\u00fcgige Kursabweichung.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbJa, in gewisser Hinsicht ist das richtig. Obwohl uns die \u203aKursabweichung\u2039, die Sie erw\u00e4hnen, im rechten Winkel vom Kurs abbringt und Sie einen Zuschlag bezahlen w\u00fcrden.\u00ab<\/p>\n<p>Kalash sagte vorsichtig: \u00bbDies scheint mir eine praktische Wahl zu sein \u2013 vorausgesetzt Sie nennen uns einen allumfassenden Fahrpreis, passend zur Tiefe unseres Geldbeutels.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbDer Geldbeutel, um den ich mich sorge, ist mein eigener\u00ab, sagte Maloof. \u00bbJedenfalls kann ich Ihnen S\u00e4tze nennen, wenn es das ist, was Sie wollen.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbSelbstverst\u00e4ndlich!\u00ab verk\u00fcndete Kalash eifrig. \u00bbBerechnen Sie ihn auf einem leeren Blatt mit einem frischen Stylus. Gebrauchen Sie einen leichten Strich! Nat\u00fcrlich erwarte ich den vollen religi\u00f6sen Rabatt!\u00ab<\/p>\n<p>Maloof sch\u00fcttelte l\u00e4chelnd seinen Kopf. \u00bbIhre Erwartungen sind unvern\u00fcnftig. Unsere Fahrpreise sind nicht \u00fcbertrieben.\u00ab<\/p>\n<p>Kalash zog unsicher an seinem Bart. \u00bbGut, das zu h\u00f6ren, gewiss. Und der Fahrpreis?\u00ab<\/p>\n<p>Maloof stellte Berechnungen an. \u00bbLassen Sie uns sagen hundert Sols jeweils f\u00fcr Pilger und Bagage nach Coro-Coro und ein allumfassender Zuschlag von f\u00fcnfhundert Sols f\u00fcr den Umweg nach Kyril.\u00ab<\/p>\n<p>Kalash schrie vor Pein auf: \u00bbDer Preis ist ungeheuerlich!\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbWenn Sie das denken, k\u00f6nnen Sie eine dritte Option geltend machen\u00ab, sagte Maloof.<\/p>\n<p>\u00bbUnd die w\u00e4re?\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbSie k\u00f6nnen eine Passage auf einem anderen Schiff nehmen.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbDas ist recht unpraktisch! Kein anderes Schiff ist f\u00fcr die Pergolaregion vorgesehen.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbDas liegt jenseits meiner Kontrolle.\u00ab<\/p>\n<p>In ergreifendem Ton bat Kalash: \u00bbDenken Sie vorteilhaft von uns und unserer Pilgerfahrt! Wie die Paladine alter Zeiten widmen wir uns den Taten der Ehre! Unser Weg ist h\u00e4ufig schlicht, h\u00e4ufig bitter! Doch wenn wir die Ein\u00f6den von Kyril durchqueren, werden wir die Altruisten anerkennen, die uns auf den Weg brachten!\u00ab<\/p>\n<p>Maloof lachte verhalten. \u00bbWir verfolgen ebenfalls ehrenhafte Ziele; solche wie Profit, \u00dcberleben und die pure Freude am Wringen von Eink\u00fcnften aus geizigen Passagieren.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbDas ist eine krasse Philosophie!\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbNicht doch!\u00ab erkl\u00e4rte Maloof. \u00bbRationalit\u00e4t ist niemals krass. Sie legt nahe, dass, wenn Sie sich den Luxus einer teuren Religion leisten k\u00f6nnen, Sie es sich auch leisten k\u00f6nnen, den vollen Satz plus alle zutreffenden Zuschl\u00e4ge auf Ihre Bagage zu zahlen.\u00ab<\/p>\n<p>Kalash rang um eine ad\u00e4quate Antwort. Myron beobachtete es mit gro\u00dfer Aufmerksamkeit. Jede Minute, so schien es wenigstens, lernte er einen wichtigen neuen Aspekt der Theorie und Praxis des Interwelten-Transports.<\/p>\n<p>Kalash gab sich noch nicht geschlagen. F\u00fcr weitere zehn Minuten redete er gut zu, tobte, schrie verzweifelt, flehte, nutzte alle Mittel der transzendentalen Doktrin, zuletzt aber ergab er sich m\u00fcrrisch in seine Niederlage. \u00bbEs scheint, dass ich Ihren exorbitanten Geb\u00fchren zustimmen muss. Ich w\u00e4hle die erste Option; wir werden bis Coro-Coro mitfahren und f\u00fcr das letzte St\u00fcck der Reise auf unser Gl\u00fcck vertrauen.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbWie es Ihnen gef\u00e4llt.\u00ab<\/p>\n<p>Kalash sagte gro\u00dfartig: \u00bbNoch in diesem Augenblick werde ich Ihnen eine Einzugserm\u00e4chtigung \u00fcber die volle Bezahlung, bezogen auf das Hauptquartier des Ordens, \u00fcberreichen. Ich werde eine Quittung, bezeugt von Ihrem Assistenten, ben\u00f6tigen.\u00ab<\/p>\n<p>Maloof l\u00e4chelte und sch\u00fcttelte seinen Kopf. \u00bbDas ist das letzte verzweifelte Gebet eines religi\u00f6sen Zeloten.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbIch verstehe Sie nicht\u00ab, sagte Kalash steif.<\/p>\n<p>\u00bbWenn die Einzugserm\u00e4chtigung wertlos ist, an wen wende ich mich?\u00ab fragte Maloof. \u00bbDurchsuche ich die Ein\u00f6den von Kyril? Zwinge ich Sie zur R\u00fcckkehr nach Port Tanjee? Oder akzeptiere ich einfach Ihre Entschuldigung ob des Irrtums?\u00ab<\/p>\n<p>Kalash richtete seine braunen Hundeaugen zur Decke. \u00bbHa-ben Sie weder Glaube noch Vertrauen?\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbWeder noch.\u00ab<\/p>\n<p>Kalash murrte weiter, aber Maloof blieb unger\u00fchrt und am Ende bezahlte Kalash die Fahrpreise in bar.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Abends beaufsichtigte Myron das Verladen der Kisten der Pilger in die Ladebucht Nummer Drei. Die Kisten waren von gleicher Art und Abmessung, gezimmert aus dichtem dunkelbraunen Holz, zu Hochglanz gewachst und poliert, mit bronzenen B\u00e4ndern befestigt und mit drei Schl\u00f6ssern gesichert. Als Antwort auf eine entsprechende Frage Myrons, wurde ihm lediglich gesagt, dass die Kisten G\u00fcter von \u00e4u\u00dferster Heiligkeit enthielten.<\/p>\n<p>Die Pilger str\u00f6mten an Bord der Glicca: eine ungleiche Gruppe, die im Alter von dem aufdringlichen und molligen Cooner zu dem trotzigen alten Barthold reichte. W\u00e4hrend Zeitzer vom Temperament her sanft war, war Tunch m\u00fcrrisch, sardonisch und argw\u00f6hnisch. Zwischen dem geistlosen Loris und dem Gelehrten Kershaw bestand eine noch gr\u00f6\u00dfere Kluft, diesmal im Intellekt. Kalash der Perrumpter, obgleich in den meisten Belangen normal, war zuweilen \u00fcbereifrig in seinen Bem\u00fchungen, Zugest\u00e4ndnisse zu erringen, f\u00fcr die er nicht bezahlen wollte. Kapit\u00e4n Maloof, der erkl\u00e4rte, dass der Begriff \u00bbErste-Klasse-Komfort\u00ab durchaus nicht auf die Dormitorien angewandt werden k\u00f6nne, teilte die Pilger ein.<\/p>\n<p>Maloof zuckte mit den Schultern. \u00bbDa wir nur eine Klasse von Unterk\u00fcnften bereitstellen, passt der Begriff \u203aErste-Klasse-Komfort\u2039 so gut wie jeder andere.\u00ab<\/p>\n<p>Kalash versuchte weiter zu protestieren, aber Kapit\u00e4n Maloof weigerte sich zuzuh\u00f6ren. \u00bbBitte richten Sie in Zukunft alle Beschwerden an den Frachtaufseher, der die Unzul\u00e4nglichkeiten, falls m\u00f6glich, entsprechend \u00e4ndert.\u00ab<\/p>\n<p>Die Pilger kamen sogleich mit eine Beschwerde \u00fcber die Einrichtung des Speiseraums zu Myron. Statt am langen Tisch mit B\u00e4nken an beiden Seiten, wollten sie an Tischen mit leinener Tischw\u00e4sche bedient werden. Myron stimmte umgehend zu und bereitete ein Men\u00fc vor, bei dem jeder Posten so ausgezeichnet wurde, wie es in einem Luxusrestaurant der Fall sein mochte, dazu kam eine t\u00e4gliche versteckte Geb\u00fchr von einem Sol pro Person.<\/p>\n<p>Kalash studierte die Speisekarte mit \u00dcberraschung und Missfallen. \u00bbHier gibt es viel, was ich nicht verstehen kann. Was ist dieser Posten: \u203agekochte Bohnen nach Wingo-Art\u2039 f\u00fcr einen Sol? Und hier: \u203aSalzmakrele au naturel\u2039 f\u00fcr einen Sol und siebzig Heller? Bei diesen Preisen k\u00f6nnen wir es uns nicht leisten zu essen!\u00ab<\/p>\n<p>Myron sagte: \u00bbSie m\u00f6gen das normale Men\u00fc vorziehen, welches h\u00e4ufig recht anst\u00e4ndig und im Fahrpreis inbegriffen ist.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbJa\u00ab, knurrte Kalash. \u00bbWir werden es versuchen.\u00ab<\/p>\n<p>Wingo servierte ihnen ein gutes Abendessen aus Gulasch, Kl\u00f6\u00dfen und seinem speziellen Salat und Kalash war mit seinem Essen so besch\u00e4ftigt, dass er sich nicht beschwerte.<\/p>\n<p>Maloof sagte zu Myron: \u00bbIch sehe, dass Sie die Grundbegriffe des Gewerbes lernen. Sie k\u00f6nnen letzten Endes ein erfolgreicher Frachtaufseher werden, trotz Ihres unschuldigen Aussehens.<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Garamond;\"><span style=\"color: #ffffff;\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ports of Call USA, 1998 \u00dcbersetzt von Andreas Irle 329 Seiten Spatterlight, 2020 ISBN\u00a0 978-1-61947-389-8 \u20ac 4,99 amazon Spatterlight-Shop \u00bbWie sie sehen k\u00f6nnen\u00ab, sagte Maloof, \u00bbist der Frachtaufseher ein Mann eisernen Willens und unerbittlicher Veranlagung. Er hat einen Verstand wie eine Falle und toleriert keine Unversch\u00e4mtheiten von Seiten des Lagerarbeiters, sei dieser auch noch so hartn\u00e4ckig.\u00ab \u00bbIch werde mein Bestes&nbsp;<a href=\"http:\/\/spatterlight.de\/?page_id=137\" class=\"read-more\">Weiter lesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":369,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/spatterlight.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/137"}],"collection":[{"href":"http:\/\/spatterlight.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/spatterlight.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/spatterlight.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/spatterlight.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=137"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/spatterlight.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/137\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":986,"href":"http:\/\/spatterlight.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/137\/revisions\/986"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/spatterlight.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/369"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/spatterlight.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=137"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}