{"id":289,"date":"2017-07-08T12:29:50","date_gmt":"2017-07-08T10:29:50","guid":{"rendered":"http:\/\/editionandreasirle.com\/?page_id=289"},"modified":"2017-07-08T16:40:33","modified_gmt":"2017-07-08T14:40:33","slug":"s-interviews","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/spatterlight.de\/?page_id=289","title":{"rendered":"Interviews"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"#2003\">Interview mit Jack Vance von 2003<\/a> \u2013 als pdf (728KB):\u00a0<a href=\"http:\/\/editionandreasirle.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/2003.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">2003<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#1998\">Interview mit Jack Vance von 1998<\/a> \u2013 als pdf (195KB): <a href=\"http:\/\/editionandreasirle.com\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/1998.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">1998<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<h2 id=\"2003\">2003<\/h2>\n<p><em>\u00a0Ein Gespr\u00e4ch von VIE-Mitarbeitern<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0mit Jack Vance<\/em><\/p>\n<p>Am Wochenende des 2. und 3. August 2003 haben sich einige VIE-Mitarbeiter \u00fcber Tele-Konferenz mit Jack Vance unterhalten. Die Teilnehmer am Samstag waren Joel Anderson, Jeremy Cavaterra, Brian Gharst, Chuck King und Ed Winskill; am Sonntag nahmen Chris Corley, Damien Jones, Dave Reitsema und John Schwab teil; John Vance II war an beiden Tagen anwesend. Die Abschrift erfolgte durch Jeremy Cavaterra.<\/p>\n<p>Tag 1: Samstag der 2. August 2003<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Ich habe gedacht, ich nutze diese Gelegenheit hier \u2013 wenn ihr Interesse habt, wenn ihr Fragen habt \u00fcber das, was ich schreibe \u2013 euch die M\u00f6glichkeit zu geben etwas tiefer in mein Unterbewusstsein einzutauchen. Wenn eure Fragen zu kompliziert oder die Antworten nicht leicht zu definieren sind, k\u00f6nnte es sein, dass ich sage \u00bbkeinen Kommentar\u00ab. Das muss nicht notwendigerweise hei\u00dfen, dass ich die Frage anst\u00f6\u00dfig finde, es hei\u00dft nur, dass ich bei der Antwort alle m\u00f6glichen vieldeutigen Bemerkungen machen m\u00fcsste etc. Das im Hinterkopf, k\u00f6nnen wir anfangen.<\/p>\n<p><em>Joel: <\/em>Ich habe gro\u00dfen Spa\u00df an Ihren Schilderungen von Architektur, an der Stimmung und Atmosph\u00e4re, die sie erzeugen. Entwerfen Sie Ihre Umgebungen, um eine Atmosph\u00e4re heraufzubeschw\u00f6ren?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Ich w\u00fcnschte, ich k\u00f6nnte Ihnen eine definitive Antwort darauf geben; ich denke, alles kommt organisch zustande. Wenn ich eine Geschichte anfange, bin ich in einer Stimmung, die schwer zu erkl\u00e4ren ist \u2013 habe ein gewisses Gef\u00fchl oder eine Idee. Dann, wenn ich die Geschichte schreibe, passe ich alle Aspekte der Stimmung an \u2013 was Landschaften umfasst, Architektur \u2026<\/p>\n<p><em>Joel: <\/em>Oder Sprache?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Sprache, Trachten, alles. Das jedenfalls ist mein Ziel, manchmal habe ich Erfolg damit, manchmal nicht \u2026<\/p>\n<p><em>Joel: <\/em>Nun, von meiner Warte aus gesehen, haben Sie gew\u00f6hnlich Erfolg damit; ich habe nur selten etwas von Ihnen gelesen, was nicht eine bestimmte Stimmung erzeugt hat.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Offenbar habe ich das Talent daf\u00fcr! Vielleicht bin ich damit zur Welt gekommen; ich bin nicht besonders Stolz darauf. Es ist so, als w\u00e4re man als Links- oder als Rechtsh\u00e4nder auf die Welt gekommen.<\/p>\n<p><em>Joel: <\/em>Nun, ich bin froh, dass Sie es haben! Ich habe geh\u00f6rt, Sie haben Ihr Haus selbst gebaut. Wenn Sie eine Geschichte schreiben, skizzieren Sie dann die Pl\u00e4ne f\u00fcr die Bauten, nur so zum Spa\u00df?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Nein, das tue ich nicht. Als wir urspr\u00fcnglich hier ankamen, war dieser Ort wie ein H\u00fchnerstall, der in der Luft hing. Mit den Jahren haben Johnny und ich zusammen das gegenw\u00e4rtige Haus um das alte herum gebaut und das alte Haus f\u00f6rmlich aus dem Fenster geschmissen! Ohne zu \u00fcbertreiben, das Haus, in dem wir jetzt leben, ist viel gr\u00f6\u00dfer als der alte Stall vorher. Von dem alten ist, bis auf den Boden im Wohnzimmer, nichts mehr \u00fcbrig.<\/p>\n<p><em>Jeremy: <\/em>In vielen Ihrer B\u00fccher liegt ein Schwerpunkt auf dem Handwerk und Handwerkskunst, besonders bei Dingen wie Keramik, Wandteppichen und Malerei; aber der Schwerpunkt scheint dabei immer auf dem Handwerk zu liegen, statt auf dem, was ich \u00bbdas K\u00fcnstlerische\u00ab nennen w\u00fcrde. K\u00f6nnten Sie uns \u00fcber Ihre Vertrautheit mit Keramik erz\u00e4hlen und vielleicht, wie dies alles in Ihre Werke einflie\u00dft?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>In Ordnung, tja, ich glaube, es gibt keine gro\u00dfe Verbindung zwischen der Keramik und den Werken, aber Keramik war einmal sehr wichtig f\u00fcr mich \u2013 und ist es in gewissem Sinne noch.<\/p>\n<p>Keramik ist ein Handwerk mit so vielen Facetten, so vielen besonderen Gebieten, alle sind interessant. Es gibt die Scheibe, ein Werkst\u00fcck zu bearbeiten, das Brennen in verschiedenen Temperaturen von 980\u00b0C bis \u2013 ich habe nie Porzellan gemacht, aber das geht bis 1540\u00b0C. Ich habe gew\u00f6hnlich bei Cone 5 gebrannt, was etwa bei 1260\u00b0C liegt \u2013 das ist Steingut.<\/p>\n<p>Der faszinierende Teil ist das Glasieren. Man nimmt dieses St\u00fcck weichen Lehms, legt es in diese schreckliche Hitze, es kommt wasserdicht und haltbar wieder heraus. Man glasiert \u2013 nat\u00fcrlich kann man es auch kaufen, aber die Herausforderung besteht darin es selbst zu machen, verschiedene Chemikalien zu verwenden und sie nach pr\u00e4zisen Formeln zu mischen, dann diese wei\u00dfe Paste auf den K\u00f6rper aufbringen und ihn in den Brenner stellen. Dann wartet man auf das \u00d6ffnen des Brennofens wie ein Kind, das Heilig Abend die Treppe herunterkommt, um zu sehen, was unter dem Baum liegt. \u00bbWas zum Teufel ist im Brennofen!\u00ab Das Resultat kann ein Quell gro\u00dfer Freude sein oder Verzweiflung! Wenn man aber erfolgreich war, kommt die Arbeit mit pr\u00e4chtig gl\u00e4nzenden Farben heraus: Gr\u00fcnt\u00f6ne, Blaut\u00f6ne \u2013 perfekt! Die Beschaffenheit der Glasierung ist manchmal als solches schon etwas Sch\u00f6nes, diese \u00f6lige, butterartige Form der Glasierung. Dies sind \u00e4sthetische Erfahrungen, den Brennofen zu \u00f6ffnen und die gebrannten St\u00fccke herauszunehmen.<\/p>\n<p>Das Geheimnis ist, die Glasierung zum Lehm \u203apassend\u2039 zu bekommen. In den alten Tagen war das ein schwieriges Unterfangen; man musste durch eine ganze Reihe von mathematischen Berechnungen gehen, dann ausprobieren, wieder probieren und noch einmal probieren. Aber zu der Zeit, als ich mein letztes Studio gebaut habe, kam ein Typ in Kanada mit einem Computerprogramm namens \u00bbInsight\u00ab heraus, das die Herstellung der Glasierung in solchem Ma\u00dfe vereinfachte, dass es eine Freude war. Die Namen der Bestandteile dieser Glasierungen sind in sich romantisch, gerade so wie die Namen von Musikkompositionen \u2026 jedenfalls habe ich genug \u00fcber T\u00f6pferei gesagt, ich liebe es einfach.<\/p>\n<p>Als mein Augenlicht erloschen ist, musste ich die T\u00f6pferei aufgeben. Wir verkauften den Brennofen und bauten das Studio ab. Wir haben unten immer noch viele Chemikalien, zusammen mit der T\u00f6pferscheibe \u2026 das ist die Geschichte.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu der allgemeinen Vorstellung vom Handwerk, ja \u2013 ich habe eine hohe Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr die Handwerkskunst, Dinge pr\u00e4zise zu tun, sie angemessen zu tun. Beginnend mit einer Vision von etwas und es mit einem solchen Sachverstand ausf\u00fchren, dass es so herauskommt wie man es vorgesehen hat. Das kann im M\u00f6belbau so sein, beim T\u00f6pfern, beim Schreiben von Gedichten, nehme ich an.<\/p>\n<p><em>John V: <\/em>Beim schreiben von B\u00fcchern!<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Tja, ich wei\u00df nicht, ob ich das Schreiben von B\u00fcchern ein Handwerk nennen soll oder nicht.<\/p>\n<p><em>John V: <\/em>Aber es liegt Handwerkskunst in deinem Werk.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Das w\u00e4re Stoff f\u00fcr eine Diskussion \u2013 es k\u00f6nnte sein, ich w\u00fcrde mich nicht dar\u00fcber streiten. Es gibt alle m\u00f6glichen Arten von Handwerk. Jeremy, was denken Sie \u00fcber Herumgeklimper auf dem Piano, denken Sie, das ist ein Handwerk?<\/p>\n<p><em>Jeremy: <\/em>Nun, wenn man argumentiert, dass das Schreiben von B\u00fcchern ein Handwerk ist oder \u00bbHandwerkskunst\u00ab die F\u00e4higkeit etwas nach seinen Vorstellungen zu schaffen, dann sicher, warum nicht?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Aber ich glaube, es ist nicht so sehr die Musik selbst, dass das \u00bbHandwerk\u00ab das Treffen der richtigen Tasten ist, sich selbst beizubringen einen bestimmten Effekt im Sinn zu haben und dann seine Finger die richtigen Tasten finden zu lassen \u2026<\/p>\n<p><em>Jeremy: <\/em>Die Art wie Sie schreiben, dieses Gesp\u00fcr f\u00fcr die Genauigkeit ein Gef\u00fchl oder eine Vorstellung mit bestm\u00f6glicher Wirkung in Worte zu kleiden \u2013 das ist die Art von Handwerk, von der ich spreche. Ich meine, es ist analog gegen\u00fcber den Arten von Handwerk, die Sie erw\u00e4hnt haben.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Dem stimme ich zu.<\/p>\n<p><em>Ed: <\/em>Wenn ich an Handwerkskunst denke, denke ich an <em>Emphyrio<\/em>, das viel von Handwerkskunst handelt, das ganze Buch \u2026<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Ja, Handwerkskunst kommt in der Geschichte vor. Ich bewundere Handwerker. K\u00fcnstler? Das Wort hat so viel unangenehmen Beigeschmack, wisst ihr, \u00bbK\u00fcnstler\u00ab \u2013 diese Leute mit langen Haaren und komischen Haltungen. Ich spreche von den altmodischen Stereotypen des K\u00fcnstlers; der Art K\u00fcnstler aus dem 19. Jahrhundert.<\/p>\n<p>Wenn es jemanden interessiert, werde ich euch meine Definition von Kunst geben. Ich lege das nat\u00fcrlich nicht als Universalgesetz dar, aber meiner Ansicht nach versucht jemand, der eine emotionale Reaktion auf etwas hat, diese emotionale Reaktion jemand anderem auf symbolische Art und Weise zu vermitteln. Das ist wichtig: Der K\u00fcnstler muss Symbole verwenden, die nicht nur f\u00fcr ihn verst\u00e4ndlich sind, sondern auch f\u00fcr die Person, mit der er kommunizieren will; es muss ein gemeinsames Wissen um die verwendeten Symbole geben, weil, wenn der K\u00fcnstler Symbole verwendet, die der Betrachter oder Zuh\u00f6rer nicht interpretieren kann, versagt der K\u00fcnstler; er kommuniziert nicht. Dies ist mein Einwand gegen die abstrakte \u00bbKunst\u00ab, sozusagen \u2013 mit Kunst in Anf\u00fchrungszeichen\u00a0 \u2013 und den sogenannten \u00bbmodernen Jazz\u00ab. Die Leute, die daran beteiligt sind, verwenden Symbole, die nur ihnen selbst bekannt sind; es ist eine Art narzisstischer Ansatz, der nichts bedeutet, au\u00dfer f\u00fcr sie selbst. Die Leute, die zuh\u00f6ren \u2013 tja, man h\u00f6rt eine Menge \u00fcber Leute, die nichts \u00fcber Musik oder Kunst wissen, die \u00fcber die Dinge entz\u00fcckt sind \u2013 sie haben keine Ahnung, was es bedeutet, au\u00dfer dass sie sagen k\u00f6nnten: \u00bbDas ist irgendwie \u203ahell\u2039 und das ist irgendwie \u203aheiter\u2039 \u2026, aber sie verstehen den Symbolismus f\u00fcr das nicht, was der K\u00fcnstler im Sinn hatte.<\/p>\n<p>Aber das ist genug \u00fcber \u00bbKunst\u00ab. Okay! Die n\u00e4chste Frage?<\/p>\n<p><em>Brian: <\/em>Als ich zum ersten Mal ein Buch von Ihnen in die Hand bekommen habe, damals, als ich an der High School war, war das, was mich gepackt hat und mich hat sagen lassen: \u00bbWow, das ist richtig klasse\u00ab, die Art wie alle miteinander redeten. Selbst die Schurken und Schufte waren intelligente Leute und redeten mit Ironie und Untertreibung.<\/p>\n<p>Mir scheint, das war von Anfang an so, auch in Ihren ganz fr\u00fchen B\u00fcchern. Ist das etwas, was Sie selbst entwickeln mussten, bevor Sie angefangen haben zu ver\u00f6ffentlichen? Oder ist es etwas, was nat\u00fcrlich entstanden ist? Und was war die Reaktion, in den fr\u00fchen Tagen?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>In den fr\u00fchen Tagen, nachdem ich einige Kurzgeschichten ver\u00f6ffentlicht hatte, erw\u00e4hnte einer der Herausgeber \u00bbvanceartig\u00ab im Zusammenhang mit den Geschichten, die ich geschrieben hatte. Also hatte ich offenbar zu dieser Zeit schon eine Art unverwechselbaren Ansatz. Aber die Antwort auf Ihre Frage: Ich glaube, es ist wegen meiner Wertsch\u00e4tzung gegen\u00fcber solchen Meistern wie P.G. Wodehouse entstanden, der ein absolutes Genie ist, was Rhythmus angeht und Trockenheit in seinem Dialog. Darin ist er \u00fcberragend und erh\u00e4lt zu wenig Anerkennung als einer der gro\u00dfen Schriftsteller. Das hei\u00dft nat\u00fcrlich vor dem Krieg; nach dem Krieg war er nirgends. Aber Wodehouse's Dialog ist einfach wunderbar. Er ist manieriert, nat\u00fcrlich; Jeeves spricht auf gewisse Weise und man muss es sch\u00e4tzen. Es gibt auch einen Typ aus den 1920ern namens Jeffrey Farnol; er hat Abenteuergeschichten geschrieben, er verwendete Dialog mit gro\u00dfer Sorgfalt und war ebenso brillant damit. Insbesondere diese beiden gaben mir ein Ziel, auf das ich zuarbeitete: Wenn ich so gute Dialoge schreiben konnte, wie Wodehouse oder Farnol, f\u00fchlte ich mich, als h\u00e4tte ich etwas Gutes getan.<\/p>\n<p>Neben diesem Aspekt denke ich einfach nicht dar\u00fcber nach, ich war deswegen nicht befangen, es hat sich einfach von selbst entwickelt.<\/p>\n<p><em>Brian: <\/em>Haben Sie sich je Sorgen darum gemacht, ob die Leser das akzeptieren w\u00fcrden?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Nein, daran habe ich \u00fcberhaupt nicht gedacht, nicht mehr als bei anderen Teilen der Geschichte auch. Mit anderen Worten, das Ganze war organisch, der Dialog und die Exposition etc. waren alle Teil desselben und ich wollte es einfach einheitlich machen.<\/p>\n<p>Um auf die Stimmung zur\u00fcckzukommen, von der ich gesprochen habe, \u2013 alle Teile der Geschichte sollten in sich schl\u00fcssig sein und mit der Stimmung einhergehen, die Stimmung erzeugen, die Stimmung unterst\u00fctzen. Also dienen beide, Exposition und Dialog, meiner Ansicht nach, diesem Zweck.<\/p>\n<p><em>John V: <\/em>Hier kann ich noch etwas einwerfen, Brian. Dad schert sich normalerweise keinen Deut darum, was irgendwer anderes denkt. Das ist vielleicht ein wenig geradeheraus, aber er hat sich wahrscheinlich nie darum gek\u00fcmmert, ob andere seinen Stil gut finden, weil es ihm nicht wichtig war. Er hat es einfach so gemacht, wie er es gerne wollte.<\/p>\n<p><em>Brian: <\/em>Ich lese oft eines Ihrer B\u00fccher in meinem Wohnzimmer und meine Frau sitzt mit mir da und pl\u00f6tzlich, wie aus dem Nichts, entf\u00e4hrt mir ein Keuchen der Zufriedenheit \u2013 und sie wei\u00df, dass ich einen Vance-Roman lese \u2013 und ich einen dieser sch\u00f6nen, sehr cleveren Dialoge erwischt habe, die ich so gut finde.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>\u00dcbrigens \u2026<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht, wie ich es ausdr\u00fccken soll, aber ich finde nicht die richtigen Worte, um meine Gef\u00fchle gegen\u00fcber euch Leuten auszudr\u00fccken. Es ist nicht genau Dankbarkeit, ich glaube, es ist einfach pure Freude, dass ich eine Gruppe von Leuten wie euch erreicht habe.<\/p>\n<p>Ich war auf dieser Convention in Columbus und mir kam einfach zuf\u00e4llig dieser Gedanke \u2013 und ich sagte dies einer Gruppe von Leuten \u2013, dass ich keine dummen Fans h\u00e4tte! Jeder, der mein Zeug zu m\u00f6gen scheint, ist hochintelligent, was, wie ich meine \u2026 tja, es ist f\u00fcr mich eine Quelle der Eitelkeit oder etwas in der Art. Aber jedenfalls sch\u00e4tze ich euer Interesse, ich kann nicht sagen, dass ich Dankbarkeit versp\u00fcre, denn das ist nicht das richtige Wort. Vielen Dank euch allen!<\/p>\n<p><em>Chuck: <\/em>Ich habe eine Frage in Verbindung zu einigen der Dinge, \u00fcber die Sie gerade gesprochen haben, als Sie Ihre fr\u00fcheren Werke erw\u00e4hnten. Ich habe mich gefragt, ob Sie mir etwas \u00fcber die Beziehung zwischen Schriftstellern und Herausgebern sagen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Herausgeber sind im Allgemeinen frustrierte Schriftsteller. Wenn man es genauer \u00fcberlegt, ist das falsch; es sind Gesch\u00e4ftsleute. Mit einigen bin ich gro\u00dfartig klar gekommen; andere, wie John Campbell, konnten mich sowenig sehen, wie feuchten Eulendreck. Obwohl, das ist nicht ganz richtig, sobald ich eine Geschichte f\u00fcr John Campbell geschrieben hatte, die Telepathie oder etwas \u00c4hnliches beinhaltete, mochte er es.<\/p>\n<p>Campbell war gefesselt von Dingen wie Telepathie, Telekinetik, au\u00dfersinnlichen Wahrnehmungen aller Arten. Er hatte Interesse daran; wie ich auch, was das angeht \u2026 aber ich wusste, ich k\u00f6nnte ihm immer etwas verkaufen, solange ich etwas in der Art einarbeitete. Einige meiner schlechtesten Geschichten \u2013 einfaches Geschreibsel, einiges von dem Schlechtesten, das ich je geschrieben habe, habe ich an ihn verkauft; er liebte es.<\/p>\n<p>Aber im Allgemeinen h\u00e4ngt die Beziehung zwischen Schriftsteller und Herausgeber von den Personen ab. Es ist eine pers\u00f6nliche Angelegenheit; ansonsten habe ich keine grundlegenden Theorien oder Thesen.<\/p>\n<p><em>John V: <\/em>Zur\u00fcck zur Telekinetik und diese Art Sachen \u2013 du hast gesagt, du interessierst dich daf\u00fcr, hei\u00dft das, du glaubst daran?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Im Allgemeinen bin ich ein Skeptiker, was diese Dinge betrifft. Dann sto\u00dfe ich nat\u00fcrlich auf Dinge, lese irgendwo etwas \u2026 wie ein Buch, das ich neulich gelesen habe, von John Edward \u2013 er ist ein Medium oder so etwas \u2013 er ist so sachlich darin \u00fcber Gespr\u00e4che mit Toten zu schreiben, er nimmt es so beil\u00e4ufig, wie ein Mechaniker, der einen Wagen repariert, sodass man sich am Kopf kratzt und sagen muss: \u00bbWas zum Teufel geht hier vor?\u00ab<\/p>\n<p>Im Allgemeinen bin ich skeptisch; ich hatte selbst keine Erlebnisse und ich kennen niemanden, der eines gehabt hat, der mich nicht angelogen hat, als er mir davon erz\u00e4hlt hat.<\/p>\n<p>Ich bin skeptisch, was diese Gebiete angeht \u2013 ich glaube es, wenn ich es sehe.<\/p>\n<p><em>John V: <\/em>Ich glaube, du bist \u00bbskeptisch, aber dir lassen die M\u00f6glichkeiten keine Ruhe\u00ab.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Ganz genau. Diese Dinge lassen mir keine Ruhe!<\/p>\n<p>Es gibt ein Buch namens <em>Ghosts in Irsih Houses<\/em> von einem Typ namens James Reynolds; es ist ein wunderbares Buch. Als wir in Irland waren, habe ich mich umgesehen und versucht diese H\u00e4user zu finden, konnte aber keines von ihnen finden; wir besuchten dort eine Universit\u00e4t und ich suchte einen Anthropologie-Professor auf und unterhielt mich mit ihm. Ich dachte, er w\u00fcrde \u00fcber solche Dinge Bescheid wissen. Das zeigt, was f\u00fcr ein verdammter Tor ich war! Ich ging zu ihm hinauf und fragte: \u00bbSir, was sind Ihre Erfahrungen mit Geistern in irischen H\u00e4usern, wie sie James Reynolds in seinem Buch beschreibt?\u00ab Er warf mir einen vernichtenden Blick zu und sagte: \u00bbSo etwas gibt es in Irland nicht!\u00ab Er verachtete die Vorstellung, dass die Iren \u00fcberall Geister sehen. Ich schlich mich mit eingezogenem Schwanz von dannen. Ich habe niemals\u00a0 irgendeinen Geist in Irland gesehen.<\/p>\n<p>Wie John schon sagte, ich bin skeptisch, aber diese Dinge lassen mir keine Ruhe. Es ist die Romantik an diesen Vorstellungen \u2013 die Romantik von heimgesuchten H\u00e4usern und Burgen \u2013 das sind die Dinge, die die Phantasie anregen!<\/p>\n<p><em>Ed: <\/em>Sie haben \u00fcber Stimmung gesprochen und ich wollte speziell in Hinblick auf Wasser danach fragen. Es scheint Sie haben viel Zeit an M\u00fcndungen verbracht; Sie haben \u00fcber Fenne und Watten und Hafenherbergen geschrieben. Ich w\u00fcrde gern wissen, woher Sie das alles haben?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Ich wurde in San Franzisko geboren. Als ich sechs Jahre alt war, zog die Familie zur Ranch meines Gro\u00dfvaters im Delta um, wo sich die Fl\u00fcsse Sacramento und San Joaquin in Wasserwege aufteilen, die lokal als \u00bbS\u00fcmpfe\u00ab bekannt sind. Einige dieser S\u00fcmpfe sind eindrucksvoll sch\u00f6n, ges\u00e4umt mit Pyramidenpappeln und Trauerweiden; unser Haus grenzte an einem von ihnen. Ich bin inmitten dieser S\u00fcmpfe aufgewachsen, bin geschwommen, Boot gefahren und umhergewatet.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter haben Poul Anderson, Frank Herbert (obwohl er sp\u00e4ter ausstieg) und ich ein Hausboot gebaut, 4,20 Meter breit und 9,60 Meter lang. Wir brachten es auf diese Wasserwege und kreuzten hindurch. Das war eine der gro\u00dfen Zeiten in meinem Leben, wir hatten so viel Spa\u00df an Bord dieses Kahns, gew\u00f6hnlich an den Wochenenden. Ich hatte einen 25-PS-Au\u00dfenborder; wir gingen irgendwo vor Anker, lachten und scherzten, tranken Bier und machten Musik, w\u00e4hrend die Damen drinnen das Essen vorbereiteten.<\/p>\n<p>Aber jedenfalls bin ich zwischen diesen Wasserwegen aufgewachsen und hege ihnen gegen\u00fcber eine grundlegende, ureigene Liebe.<\/p>\n<p>Bild Jack auf dem Deck des Hausboots, ca. 1966.<\/p>\n<p><em>Joel: <\/em>Ich habe eine ziemlich dumme Frage, aber ich w\u00fcrde sie gern trotzdem stellen \u2026<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Ich gebe eine dumme Antwort.<\/p>\n<p><em>Joel: <\/em>Okay! Wenn die Filmmacher an Sie herantr\u00e4ten, wie die Cohen-Br\u00fcder, Scorsese, Peter Jackson \u2013 welches Ihrer B\u00fccher w\u00e4re Ihrer Ansicht nach eine gute Wahl f\u00fcr einen zwei-Stunden-Film?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Tja, ich wei\u00df nicht \u2026 ich w\u00fcrde denken \u2013 nicht, dass ich irgendetwas \u00fcber Filme w\u00fcsste \u2013, aber f\u00fcr mich w\u00fcrde die <em>Lyonesse<\/em>-Reihe vielleicht etwas f\u00fcr jemanden wie Disney sein, aber niemand hat mehr als nur Interesse gezeigt. Vielleicht w\u00e4re <em>Trullion<\/em> gut?<\/p>\n<p><em>Ed: Ich<\/em> w\u00fcrde das gern als Film sehen!<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Vielleicht auch andere, <em>Emphyrio<\/em>? Ich habe nicht allzu viel dar\u00fcber nachgedacht.<\/p>\n<p>Ich habe eine Spannungsgeschichte namens <em>Bad Ronald<\/em> geschrieben, die angekauft und zu einem Fernsehfilm gemacht wurde. Die Leute wollten es immer wieder machen; es ist ein guter Film geworden. Dann gibt es noch eine, die ich urspr\u00fcnglich \"Chateau d'If\" genannt habe, die der Herausgeber aber in \"New Bodies for Old\" umbenannte. Der wurde auch angekauft und zu einer Art Fernsehfilm gemacht.<\/p>\n<p><em>John V: <\/em>Dad, bist du sicher, dass jemals etwas daraus geworden ist oder war darauf nur eine Option?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Ich bin nicht sicher \u2026<\/p>\n<p><em>John V: <\/em>Vor ein paar Jahren haben wir uns damit herumgeschlagen, weil es nur die Option gewesen ist, die verkauft wurde. Irgendjemand trat an uns heran, bot Geld an, das wunderbar gewesen w\u00e4re, aber es stellte sich heraus, dass die Option f\u00fcr $500 oder etwas in der Art vor einigen Jahren verkauft worden war \u2026<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Ich wei\u00df es nicht, du k\u00f6nntest Recht haben.<\/p>\n<p><em>Jeremy: <\/em>Da wir von <em>Lyonesse<\/em> sprechen, verglichen mit anderen Geschichten im Fantasy-Genre gibt es dort eine wissenschaftliche Unterstr\u00f6mung bei der Folklore, die irische, britannische und nordeurop\u00e4ische Folklore. Haben Sie Lust dar\u00fcber etwas zu sagen?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Wie lautete die Frage?<\/p>\n<p><em>Jeremy: <\/em>Nun, ich habe mich gefragt, ob Sie speziell etwas \u00fcber Elfenm\u00e4rchen erz\u00e4hlen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Tja, nat\u00fcrlich habe ich mein ganzes Leben M\u00e4rchen in mich aufgenommen \u2013 Lord Dunsany und dergleichen. Sie sind Teil meines geistigen Hintergrundes. Es ist eine Frage der Romantik; Elfen sind romantische kleine Gesch\u00f6pfe. Ich glaube nicht an Elfen, aber sie geben sehr sch\u00f6ne kleine Verzierungen ab. Es w\u00e4re sch\u00f6n, wenn sie existieren w\u00fcrden. Aber ich erwarte nicht wirklich hinauszugehen und sie im Eukalyptusbaum sitzen zu sehen.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht, ob das Ihre Frage beantwortet oder nicht. Ich will damit sagen: Ich habe Lord Dunsany als junger Mann viel besser gefunden, als ich es jetzt tue. Jetzt halte ich ihn f\u00fcr zu schw\u00fclstig, \u00fcberreif, \u00fcber-emotional, \u00fcber-sentimental. Aber als ich ihn zuerst gelesen habe, hat er einen gro\u00dfen Eindruck hinterlassen.<\/p>\n<p>Nebenbei bemerkt war Dunsany, der all diese sch\u00f6nen, feinf\u00fchligen Stoffe geschrieben hat, Gro\u00dfwildj\u00e4ger! In seiner Burg in Irland findet man \u00fcberall die K\u00f6pfe von Bisons, L\u00f6wen und Tiger. Es ist schwer, den Tiere schie\u00dfenden Lord Dunsany mit dem schreibenden in Einklang zu bringen, der diese feinf\u00fchligen Geschichten hervorgebracht hat.<\/p>\n<p><em>Sic transit gloria mundi \u2026<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0Chuck: <\/em>Eines der Dinge, die mir in Ihren Werken aufgefallen sind, ist, dass Sie ein sehr scharfer Beobachter der Gesellschaft und Kultur sind. Ich frage mich, ob Sie darin \u00fcbereinstimmen, dass Kalifornien immer schon als grundlegend anders gegen\u00fcber den anderen Staaten wahrgenommen wird?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Das ist eine komplizierte Frage. Kalifornien ist ein solch vielf\u00e4ltiges Land: oben im Norden \u2013 alles Wald und ein oder zwei Vulkane und unten im S\u00fcden haben wir die Mojave-W\u00fcste, das Death Valley und Los Angeles, San Diego am unteren Ende \u2013 ein sch\u00f6ner Ort f\u00fcr alte Menschen, um sich zur Ruhe zu setzen. Und San Franzisko, eine Lasterh\u00f6hle \u2026<\/p>\n<p><em>Ed: <\/em>Und San Rodrigo County ist dort irgendwo \u2026<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>San Rodrigo County ist eine Mischung, wie dort, wo ich aufgewachsen bin: von San Joaquin County und einigen kleineren Counties weiter im S\u00fcden. Es ist ein zusammengef\u00fcgtes County, aber im Allgemeinen hat es genau die Atmosph\u00e4re der Counties, wie es vor drei\u00dfig oder vierzig Jahren gewesen sein mag \u2013 nat\u00fcrlich nicht so, wie es heute ist.<\/p>\n<p>Aber Kalifornien, wie ich schon sagte, ist ein solch vielf\u00e4ltiger Ort. Raymond Chandler schreibt \u00fcber Los Angeles und l\u00e4sst es so aussehen, als w\u00e4re es eine Insel in der Mitte des Universums. Ich w\u00fcsste niemanden, der \u00fcber San Franzisko in \u00e4hnlicher Weise schreiben w\u00fcrde. Gegen\u00fcber fr\u00fcher ist es eine vollkommen andere Stadt. Heutzutage ist es etwas Eigenst\u00e4ndiges, ein idiosynkratisches <em>sui generis<\/em>, um ein gefl\u00fcgeltes Wort zu benutzen.<\/p>\n<p>Es gibt eine Menge guter Jazz-Bands in San Franzisko: die Lu Watters Jazz Band \u2026 dann gibt es eine Band, die von Los Angeles aus arbeitet, namens South Frisko Jazz Band \u2026 Aber als Antwort auf Ihre Frage w\u00fcrde ich sagen, dass Kalifornien einfach zu verdammt kompliziert ist, um zu verallgemeinern. Nat\u00fcrlich versuchen wir jetzt Gray Davis loszuwerden \u2013 wir sind hier von Demokraten heimgesucht! \u2026 N\u00e4chste Frage?<\/p>\n<p><em>Ed: <\/em>Ich bin froh, dass <em>Bad Ronald<\/em> erw\u00e4hnt wurde, weil der Film, der daraus gemacht wurde, wirklich gut war. Ich habe ihn einige Male gesehen. Aber sie mussten die Geschichte abschw\u00e4chen. Im Film wird Ronald rechtzeitig erwischt, im Buch nicht. Es ist eine Art Gebr\u00fcder-Grimm-Qualit\u00e4t, ein gewisser Ton, den Sie treffen \u2013 eine \u00bbDistanziertheit\u00ab oder \u00bbLosgel\u00f6stheit\u00ab, wenn etwas B\u00f6ses geschieht und unges\u00fchnt bleibt. Eine Ihrer bemerkenswertesten Szenen ist, als Cugel die unschuldigen kleinen Wasserwesen abschlachtet, weil sie die Untat begangen hatten ihn nass zu machen. Oder als die Elfe Twisk an den Pfosten am Kreuzweg gekettet wird und so weiter \u2026<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Ja, mit diesen Dingen muss objektiv verfahren werden. Ich versuche zu beschreiben, was vorgeht, ohne emotional gef\u00e4rbte Adjektive oder Adverbien zu verwenden, nur Nomen und Verben. Wenn man versucht zu viel Wirkung einzubringen, verliert man den Effekt. Man erh\u00e4lt den Effekt, indem man lediglich die Umst\u00e4nde detailliert beschreibt, ohne sie zu kommentieren. Das ist der Trick, recht einfach eigentlich.<\/p>\n<p>Eines der Geheimnisse des Schreibens ist, meiner Ansicht nach, jedes Mal, wenn man ein Adjektiv oder Adverb sieht, es loszuwerden. Man sollte sie meiden, wo es nur m\u00f6glich ist. Es macht das Schreiben weitaus sch\u00e4rfer.<\/p>\n<p><em>\u00a0Ed: <\/em>Sie verbinden kein Urteil damit, Sie legen nur dar.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Ganz recht \u2013 man sagt es, wie es eben ist.<\/p>\n<p><em>Joel: <\/em>Der Mangel an romantisierenden Elementen macht die Geschichte effektiv. Die Filme der Cohen-Br\u00fcder teilen dies in gewissem Grad, sie enthalten einige h\u00e4ssliche Dinge, aber sie werden nicht romantisiert, nicht aufdringlich dargestellt \u2026<\/p>\n<p><em>Ed: <\/em>Sie werden nicht sentimentalisiert \u2026<\/p>\n<p><em>Joel: <\/em>Richtig, sie werden nur dargelegt.<\/p>\n<p>Noch eine Frage zum Schreiben \u2026 Planen Sie Ihre B\u00fccher, starten Sie mit einem Entwurf? Und wenn, \u00bbbenehmen\u00ab sich die Geschichten? \u00bbBleiben\u00ab sie so, wie sie \u00bbbleiben\u00ab sollen?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Ich beginne mit einer allgemeinen Idee, aber wenn ich sie durchgehe, muss ich wieder zur\u00fcck und allem eine Art Einheitlichkeit geben. Alle von euch w\u00fcrden das Gleiche tun \u2013 mit einer Idee beginnen und sie auf bestm\u00f6glichem Weg zuende bringen.<\/p>\n<p><em>John V: <\/em>Wie lange w\u00fcrde einer deiner Entw\u00fcrfe normalerweise dauern?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Oh, das wei\u00df ich nicht, es kommt darauf an \u2026 einige Teile m\u00fcssten detailliert ausgearbeitet werden, wenn ich eine Idee bannen will, und ich w\u00fcrde einen Abschnitt schreiben. Aber im Allgemeinen gibt es keine detaillierten Entw\u00fcrfe.<\/p>\n<p><em>Joel: <\/em>Arbeiten Sie im Augenblick an etwas?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Ja, ich arbeite im Augenblick an etwas, aber es ist keine Fortsetzung von <em>Lurulu<\/em> oder <em>Ports of Call<\/em>. Es ist etwas Neues, eine neue Idee.<\/p>\n<p><em>Joel: <\/em>Ich nehme an, wir sollten nicht fragen, was es ist, sondern einfach warten?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Nein, ihr m\u00fcsst abwarten, dann werdet ihr sehen!<\/p>\n<p><em>Brian: <\/em>Es gibt einen Charakter in Ihren B\u00fcchern, den ich schon immer interessant gefunden habe: Kirdy Wook aus <em>Araminta Station<\/em>. Ich glaube, er ist einer der tragischsten Gestalten, \u00fcber die Sie je geschrieben haben. Es ist sehr schwer f\u00fcr mich das Buch zu lesen, wegen dem, was ihm widerf\u00e4hrt und wie er darauf reagiert. Ich habe mich gefragt, ob Sie einen Kommentar geben k\u00f6nnen, wie es dazu kam?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Nein, ich habe keinen Kommentar, au\u00dfer, dass er einfach da war und ich ihn als Ganzes sah und er verhielt sich in der Geschichte so wie diese Person.<\/p>\n<p>Diese Formulierung h\u00f6rt sich sehr \u00bbk\u00fcnstlerisch aufgemacht\u00ab an und ich meine es nicht auf die Art wie selbstbewusste K\u00fcnstler-Schriftsteller reden, wie \u00bbmein Charakter geht seinen eigenen Weg\u00ab und all das. Aber ich habe ihn nicht k\u00fcnstlich gef\u00fchrt.<\/p>\n<p><em>John V: <\/em>Dad, besteht die M\u00f6glichkeit, dass einer deiner Br\u00fcder diesen Charakter beeinflusst hat? Es ist etwas an ihm, was mich ein wenig an einen deiner \u00e4lteren Br\u00fcder erinnert.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Nein \u2013 er ist keineswegs wie einer von ihnen.<\/p>\n<p><em>Brian: <\/em>Der Charakter kam mir aus meinen pers\u00f6nlichen Erfahrungen heraus bekannt vor; ich habe gesehen, wie das, was ihm geschehen ist, wirklichen Leuten geschehen ist und war sowieso von ihm fasziniert.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Tja, neben dem, was ich bereits gesagt habe, gibt es nichts mehr von Kirdy Wook zu sagen. Er war einfach da.<\/p>\n<p><em>Chuck: <\/em>Eines der Themen, die ich in Ihren B\u00fcchern interessant finde, hat mit den gr\u00f6\u00dfenwahnsinnigen Schurken zu tun, die sich als \u00fcber der normalen Masse stehend betrachten, Leute wie Howard Alan Treesong oder Faurence Dacre oder Paul Gunther.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Wie Sie bemerken, konzentrieren sich diese Leute in der <em>D\u00e4monenprinzen<\/em>-Reihe. Jede dieser Geschichten musste einen b\u00f6sen Buben haben (nebenbei bemerkt, <em>D\u00e4monenprinzen<\/em> ist nicht mein Titel, jemand anderes hat es so genannt). Aber sie sind alle verschieden und ich glaube, sie werden mit der Serie besser. Ich bin nicht so begeistert von den ersten beiden, ich nehme an, sie sind in Ordnung, aber <em>Palace of Love<\/em> und die folgenden, <em>The Face <\/em>und <em>Book of Dreams \u2013 <\/em>ich mag diese letzten drei B\u00fccher.<\/p>\n<p><em>Chuck: <\/em>Na, ich hatte neben Treesong nicht an die anderen D\u00e4monenprinzen gedacht, sondern an Dr. Faurence Dacre aus \"Freitzke's Turn\" \u2026<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Tja, er war einfach nur ein b\u00f6ser Bube, aber kein schlimmer, gef\u00fchlloser Verbrecher. Um die Wahrheit zu sagen: Ich habe die Geschichte vergessen \u2026<\/p>\n<p><em>Chuck: <\/em>Eine andere Stelle, wo der Charakter beschlie\u00dft, er sei das einzige Wesen im Universum und bestimmt es zu seinem Nutzen zu formen, ist Paul Gunther aus <em>The House on Lily Street<\/em>.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Oh ja! Das war, als die Welt noch jung war, als ich das geschrieben habe. In den Tagen, als Beatniks noch Beatniks waren! Das war noch vor den Hippies \u2013 die Beatniks waren an der Macht. Erinnert ihr euch?<\/p>\n<p><em>Jeremy: <\/em>Ich bemerke einen gemeinsamen Zug an vielen Ihrer Schurken, dass sie missverstandene Charaktere sind, die dazu neigen phantasievoll zu sein und diese sehr komplizierte innere Fantasy-Welt zu besitzen, die sie in manchen F\u00e4llen nach au\u00dfen kehren \u2013 wie Viole Falushe.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Ja, das ist richtig.<\/p>\n<p><em>Jeremy: <\/em>Und ich habe das sogar in <em>Bad Ronald<\/em> bemerkt, er hat diese detailliert ausgearbeitete, kreative innere Welt. Sie alle neigen zu so etwas.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Ich glaube, das macht sie interessanter, mehr als nur die Josef-Stalin-Typen. Selbstverst\u00e4ndlich wei\u00df ich nicht, wie Josef Stalin war, meines Wissens nach k\u00f6nnte er sehr phantasievoll gewesen sein \u2026<\/p>\n<p><em>Chuck: <\/em>Das bringt mich zu meiner n\u00e4chsten Frage, die w\u00e4re, ob diese Person auf einer wirklichen Gestalt basiert.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Nein, es war nur ein Weg, um etwas richtig Unangenehmes hinzubekommen. Alle von uns k\u00f6nnen das Gleiche tun \u2013 jeder von euch Leuten da drau\u00dfen, wenn ihr euch hinsetzt, um ein Buch \u00fcber etwas Unangenehmes zu schreiben, jeder von euch w\u00fcrde mit einer anderen Variante von b\u00f6ser Bube oder b\u00f6se Dame aufwarten, aber es w\u00e4re mehr oder weniger so wie ich es tun w\u00fcrde: ihr findet einfach heraus, was die Person funktionieren l\u00e4sst und weshalb er oder sie sich von den anderen unterscheidet und was ihn in diese Richtung gehen l\u00e4sst. Ich will nur den Schurken interessanter machen.<\/p>\n<p><em>Chuck: <\/em>Weshalb sieht es so aus als h\u00e4tten Sie relativ wenige weibliche Leser und somit auch so wenige VIE-Mitarbeiterinnen?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Ich habe nicht die geringste Ahnung! Ich halte mich nat\u00fcrlich f\u00fcr einen gro\u00dfen Charmeur, aber das scheint nicht viel zu bringen \u2013 ich kann sie nicht anziehen! Ich w\u00fcnschte, ich w\u00fcsste das Geheimnis \u2026<\/p>\n<p>Ich lese viele Kriminalgeschichten und es ist seltsam, aber wenn ich auf einen von einer Dame geschriebenen sto\u00dfe, mit einer Inspektorin, die Damenprobleme behandelt, legte ich ihn einfach beiseite, weil ich wei\u00df, dass diese Dinge auf alternde Damen in mittlerem Alter ausgerichtet sind, die Zuhause sitzen und Damenb\u00fccher lesen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es einige vorz\u00fcgliche Schriftstellerinnen. Tats\u00e4chlich ist eine meiner liebsten, wenn nicht gar \u00fcberhaupt mein liebster Schriftsteller M.C. Beaton, die ich euch allen empfehle. Sie ist eine wunderbare Schriftstellerin. F\u00fcr diejenigen, die sie nicht kennen, sie schreibt \u00fcber ein kleines Dorf, Lochdubh, an der K\u00fcste von Schottland. Hamish Macbeth, ihr Inspektor, ist ein wundervoller Protagonist. Und Priscilla, seine Liebe, funktioniert gro\u00dfartig als sein Gegenpart. Eigentlich sind alle ihre Geschichten gro\u00dfartig. Sie hat noch eine andere Serie namens Agatha Raisin, die ich nicht so sehr mag. Ich finde Agatha Raisin ist kein sehr reizvoller Charakter. Nat\u00fcrlich gibt es Ruth Rendell \u2013 ihr Pseudonym ist Barabara Vine \u2013, die eine wunderbare Schriftstellerin ist, aber sie ist eine solche Pessimistin, diese Sachen ziehen einen runter! Und doch, auf der anderen Seite, wenn sie sich mit ihrem Inspektor Wexford besch\u00e4ftigt, ist sie nicht so. Deborah Crombie ist ebenfalls eine gute Schriftstellerin.<\/p>\n<p>Jedenfalls ist das jetzt genug Kritik \u00fcber Schriftstellerinnen.<\/p>\n<p><em>Chuck: <\/em>Sie haben die K\u00fcste von Schottland erw\u00e4hnt, was zu einer anderen Sache passt, wonach ich fragen wollte: Ich habe geh\u00f6rt, Sie sind auch ein Anh\u00e4nger von gutem Whisky.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Ganz genau. Sogar von schlechtem Whisky.<\/p>\n<p><em>Chuck: <\/em>Welches sind ihre liebsten Tropfen?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Tja, ich sage Ihnen die Wahrheit, ich w\u00fcnschte ich w\u00e4re, was die Franzosen <em>\u00bbfin bec\u00ab<\/em> nennen, aber ich habe keinen guten Sinn f\u00fcr Weine, ich bin ganz zufrieden mit billigem Wein. Teurer Wein ist bei mir verschwendet. Ich trinke alle und es scheint, als w\u00fcrde ich bemerken, wenn ich besonders guten Wein bekomme, aber ich mache keinen Wirbel darum. Was diese Single Malts angeht, ich habe f\u00fcnf oder sechs verschiedene Sorten im Haus, aber ich kann kaum den einen vom anderen unterscheiden. Ich bin gespannt darauf den Artikel in COSMOPOLIS zu lesen. Vor einigen Monaten gab es eine Scotch-Auktion und einige Sorten verkauften sich f\u00fcr $400-$500 pro Flasche! Die 50 Jahre alten Macallans waren sehr wertvoll und andere auch. Aber ich bleibe bei dem Zeug f\u00fcr $20, in diesem Bereich: Glenlivet etc.<\/p>\n<p>In Ordnung! Gibt es noch mehr, was ihr \u00fcber meinen schlechten Geschmack bei Alkohol wissen wollt?<\/p>\n<p><em>Jeremy: <\/em>Ich hatte noch eine Frage \u00fcber Kriminalromane. Haben Sie eine Meinung \u00fcber John Dickson Carr?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Ich halte ihn f\u00fcr eine Art Poseur. Er stellt sich gern als Unterhalter dar und in der Mitte seiner Geschichten erlebe ich, wie er unterbricht und mit dem Leser redet, er sagt: \u00bbLeser, wenn du jetzt das Problem l\u00f6sen kannst, gratuliere ich dir\u00ab oder etwas in der Art. Und ich mag seinen Detective nicht, Dr. Fell, er wirkt so unecht. Manchmal sind seine Ideen findig, wirken aber immer k\u00fcnstlich und nicht sehr \u00fcberzeugend. Kurz, ich mag ihn nicht sehr.<\/p>\n<p><em>Ed: <\/em>Ich w\u00fcrde Sie gern nach Ihren eigenen Kriminalromanen fragen, eine Richtung, die Sie eingeschlagen haben, nicht so wie einige andere Sachen von Ihnen \u2026 besonders die Joe-Bain-B\u00fccher sind gro\u00dfartig, sie beschw\u00f6ren Kalifornien ausgezeichnet herauf. Ich habe mich schon immer gefragt, weshalb Sie diese Kriminalromane nicht weiterverfolgt haben.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Weil, ich sage es Ihnen \u2013 nachdem ich <em>The Pleasant Grove Murders <\/em>herausgebracht hatte, hatte ich einen Entwurf namens <em>The Genesee Slough Murders. <\/em>Mein Herausgeber starb und derjenige, der seine Stelle \u00fcbernahm, schickte ihn mir zur\u00fcck. Vielleicht war es kein so guter Entwurf wie er h\u00e4tte sein sollen. Also habe ich etwas anderes angefangen und nicht mit diesem San-Rodrigo-County-Stoff weitergemacht. Obwohl es mir irgendwie Leid getan hat; ich habe dieses Milieu gemocht und Joe Bain auch.<\/p>\n<p><em>Ed: <\/em>Ich mag Joe Bain auch! Ich liebe sein Rasthaus in den Bergen.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Ja, das hat Spa\u00df gemacht.<\/p>\n<p><em>Ed: <\/em>In dieser Beziehung frage ich mich, ob diese Realwelt-Szenerie nicht Ihren Spielraum etwas einschr\u00e4nkt, insbesondere im Dialog. Die ironische Art und Weise des Dialogs, der so sehr den Ton bestimmt, den wir lieben, w\u00e4re schwer dort einzubringen.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Tja, ich glaube es funktioniert ganz gut. Ich war nicht ungl\u00fccklich \u00fcber den Dialog. Ich dachte, Joe Bain war ein guter Charakter, ich w\u00fcnschte, ich h\u00e4tte mit den Geschichten weitermachen k\u00f6nnen. Er war \u2013 ich will nicht sagen inspiriert \u2013, aber da gab es einen Typ namens A.B. Cunningham, der \u00fcber Sheriff Jess Roden in Tennessee vor langer Zeit geschrieben hat. Wenn ihr euch die aus der B\u00fccherei holt, werdet ihr herausfinden, dass es ganz und gar nicht wie Joe Bain ist \u2026 Sheriff Jess Roden hat einen Handlanger, einen gro\u00dfen schwarzen Kerl, der in jeder Geschichte in einen Faustkampf mit dem b\u00f6sen Buben ger\u00e4t und anschlie\u00dfend mit ihm den Boden aufwischt \u2013 es sind unterhaltsame B\u00fccher. A.B. Cunningham \u2013 wenn ich mich nicht irre war er Texaner.<\/p>\n<p><em>Chuck: <\/em>Noch eine auf die Schnelle. Welcher Aspekt an Ihrem Werk gibt Ihnen die gr\u00f6\u00dfte Befriedigung?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Den Scheck zu kriegen. Ich mache keinen Spa\u00df!, aber, um nicht ganz so sardonisch zu sein, k\u00f6nnte ich sagen: Das Wort \u00bbEnde\u00ab zu schreiben.<\/p>\n<p><em>John V: <\/em>Als ich aufwuchs und herumgealbert habe, im Haus herumgerannt bin, w\u00e4hrend Dad geschrieben hat, kicherte er gelegentlich wie aus dem Nichts in sich hinein. Es war ziemlich klar, dass er an dem Freude hatte, was er tat \u2013 dass der Schriftsteller eine gute Zeit verbrachte.<\/p>\n<p><em>Ed: <\/em>Wenn ich in Ihren B\u00fcchern nach Ihnen gesucht habe, Jack, dachte ich, Sie in Navarth gefunden zu haben. Ist da etwas dran?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Er ist einer meiner liebsten Charaktere. Ich identifiziere mich auf gewisse Weise mit ihm, betrachte ihn aber nicht als ich, obwohl ich ihn und seine Ideen mag. Aber es ist sehr scharfsinnig von Ihnen; von allen Charakteren, \u00fcber die ich je geschrieben habe, ist Navarth derjenige, mit dem ich mich am meisten identifiziere, obwohl er eine vollst\u00e4ndig andere Person ist als ich.\u00a0 Doch trotzdem, es gibt Elemente.<\/p>\n<p>Ich mag auch Navarths Gedichte.<\/p>\n<p><em>Ed: <\/em>Ich liebe sie.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Nie redet jemand \u00fcber meine Gedichte!<\/p>\n<p><em>Ed: <\/em>\u00bbTim R. Mortiss\u00ab \u2013 eines meiner Lieblingsgedichte. Das und am Ufer mit Granatapfelwein abgef\u00fcllt zu werden \u2026<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Ja, \u00bbEridu\u00ab. Das ist ein gutes Gedicht. Dann dieses \u00bbLied der Darsh\u00ab und noch ein anderes, an das ich mich vage erinnere, obwohl ich nicht mehr wei\u00df, wo es war. Es war \u00fcber Gift \u2026<\/p>\n<p><em>Ed: <\/em>\u00bbUnter meinem Upas-Baum.\u00ab<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Woher stammt es, ich habe es vergessen?<\/p>\n<p><em>Ed: <\/em>Ich glaube aus <em>Palace of Love<\/em>.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Ich glaube, Sie haben Recht.<\/p>\n<p><em>Jeremy: <\/em>Haben Sie \u00fcber Dichtung im Allgemeinen etwas zu sagen?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Nicht im Allgemeinen. Ich bin kein gro\u00dfer Anh\u00e4nger von Dichtung. Ich mag:<\/p>\n<p><em>Clay lies still, but blood\u2019s a rover;<\/em><\/p>\n<p><em>Breath\u2019s a ware that will not keep.<\/em><\/p>\n<p><em>Up, lad: when the journey\u2019s over<\/em><\/p>\n<p><em>There\u2019ll be time enough to sleep.<\/em><\/p>\n<p><em>Ed: Das ist von A.E. Housman.<\/em><\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>A.E. Housman! \"A Shropshire Lad\". Das einzig Dumme ist nur, dass es so morbid ist, so depressiv \u00fcber seine Besch\u00e4ftigung mit dem Tod zu lesen, wo junge Leute sterben. Weshalb ist es notwendig so verdammt mutlos zu sein? Aber ich glaube, es sind die sch\u00f6nsten Reimpaare in der englischen Sprache. Ich glaube nicht, dass jemand etwas Besseres schreiben kann.<\/p>\n<p>Einige dieser kleinen k\u00fcrzeren Reimpaare und Limericks sind wahre Kunstwerke. Ein Limerick, den ich liebe ist:<\/p>\n<p><em>A curious family is Stein:<\/em><\/p>\n<p><em>There\u2019s Gertrude, there\u2019s Ep and there\u2019s Ein;<\/em><\/p>\n<p><em>Gert\u2019s poems are bunk<\/em><\/p>\n<p><em>Ep\u2019s sculptures are junk<\/em><\/p>\n<p><em>And nobody understands Ein!<\/em><\/p>\n<p><em>Noch ein guter ist:<\/em><\/p>\n<p><em>Hurrah for Madam Lupescu,<\/em><\/p>\n<p><em>Who came to Romania\u2019s rescue:<\/em><\/p>\n<p><em>\u201cIt\u2019s a wonderful thing<\/em><\/p>\n<p><em>To be under a King!<\/em><\/p>\n<p><em>Is democracy better, I esk you?<\/em><\/p>\n<p>Die Engl\u00e4nder sind Meister beim Schreiben dieser Limericks, sie sind so gottverdammt gut darin!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Tag 2: Sonntag der 3. August 2003<\/p>\n<p><em>Chris: <\/em>Worin bestand f\u00fcr Sie der Unterschied auf Papier zu schreiben und sp\u00e4ter am Computer?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Viele Jahre lang habe ich mit der Hand geschrieben, dann bin ich auf Schreibmaschine gewechselt und direkt zum Computer, aber zu meiner Verwunderung habe ich \u00fcberhaupt keinen Unterschied gemerkt. Ich glaube, der ganze Prozess findet in meinem Kopf statt und die Methode, es zu Papier zu bringen, ist Nebensache.<\/p>\n<p>Jetzt bemerke ich einen Unterschied, seit mein Augenlicht erloschen ist \u2013 es ist schwer zu erkl\u00e4ren, aber vorher konnte ich die Seite auf- und ablesen und mir so ein Gef\u00fchl f\u00fcr den Fluss des Materials verschaffen; jetzt, mit erloschenem Augenlicht, muss ich zuh\u00f6ren; ich habe eine Lautsprecherbox, Sprach-Hardware, die mir den Text vorliest, und muss versuchen den Fluss aus dieser vorlesenden Stimme zu entnehmen. Es ist weitaus langsamer. Ich muss vor- und zur\u00fcckgehen und sicherstellen, dass es nicht nur ein Wirrwarr unzusammenh\u00e4ngender S\u00e4tze ist.<\/p>\n<p>Jedenfalls murre ich nicht allzu viel. Nur ein wenig.<\/p>\n<p><em>John V: <\/em>Lasst mich hier einwerfen, dass Dad das Schreiben heutzutage m\u00f6rderisch schwer f\u00e4llt, es ist wirklich ein f\u00fcrchterlicher Prozess. Nicht mehr sehen zu k\u00f6nnen hat sich \u2013 wie man sich vorstellen kann \u2013 als bedeutendes Handicap erwiesen.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Tja, ich tue lieber das, als, von Piraten umgeben, ins Rote Meer geschmissen zu werden.<\/p>\n<p><em>Chris: <\/em>Einer der Gr\u00fcnde, weshalb ich danach gefragt habe, ist, dass die Datei, mit der ich gearbeitet habe, nat\u00fcrlich sehr sauber war. Sie und Norma und vielleicht einige andere sind sie durchgegangen \u2013 und das hat mich dazu gebracht dar\u00fcber nachzudenken, wie ich jetzt schreibe, verglichen damit, wie ich auf Papier geschrieben habe. Ich finde es interessant, dass es f\u00fcr Ihren kreativen Prozess keinen richtigen Unterschied macht.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Nein, es scheint so \u2013 au\u00dfer, wie ich sage, dass der Prozess sich ge\u00e4ndert hat, seit mein Augenlicht erloschen ist; ich muss es \u00fcber meine Ohren machen und einen oder zwei S\u00e4tze vor- oder zur\u00fcckgehen. Wenn ich richtig verwegen bin, gehe ich mehrere S\u00e4tze zur\u00fcck \u2026<\/p>\n<p><em>Chris: <\/em>Wie akzentuiert ist die Stimme? Ist sie schwer zu verstehen?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Nein, nicht f\u00fcr mich.<\/p>\n<p><em>John V: <\/em>Dad ist daran gew\u00f6hnt, aber es ist eine ziemlich eigent\u00fcmliche Roboterstimme.<\/p>\n<p><em>Chris: <\/em>Ich habe mich gefragt, ob der potenzielle Wohlklang einiger S\u00e4tze durch diese \u00bbSprachbox\u00ab nicht gut herauskommt.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Nein, es ist in Ordnung. Keine Beschwerden, lasst es mich so sagen. Mir macht es nichts, eigentlich mag ich diesen Schlingel sogar irgendwie.<\/p>\n<p><em>Chris: <\/em>Ich bin froh, dass es eine M\u00f6glichkeit gibt, dass Sie weiterschreiben k\u00f6nnen!<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Tja, eigentlich habe ich mich halb zur Ruhe gesetzt. Ich betrachte mich nicht mehr als aktiven Schriftsteller, aber ich habe nichts anderes zu tun \u2013 au\u00dfer, oh, einige Sachen mit meinen Aufnahmen und Musik. Also schreibe ich einfach mehr oder weniger aus eigener Kraft heraus, aber ich hoffe, ich bekomme dieses Buch fertig.<\/p>\n<p><em>Chris: <\/em>Wir auch! Und danke f\u00fcr Ihre Antwort, es ist sehr interessant Ihre Kommentare zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Tja, ich hoffe es; f\u00fcr mich h\u00f6rt es sich nicht sehr interessant an.<\/p>\n<p><em>John V: <\/em>Dad verwendet einen uralt 386er DOS-Rechner mit einer alten abgeleiteten WordStar-Software; er benutzt keine Maus, wenn man also sagt \u00bbcut-and-paste\u00ab, hei\u00dft das in Dads Sprache, dass er einen \u00bbBlock liest\u00ab und einen \u00bbBlock schreibt\u00ab. Es ist ein ziemlich veralteter Prozess.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Ein Freund namens Kim Kokkonen hat das Programm f\u00fcr mich ausgearbeitet, es hei\u00dft \u00bbBig Ed\u00ab \u2013 Big Editor. Als ich noch sehen konnte, konnte ich mir Buchstaben von verschiedener Gr\u00f6\u00dfe auf den Bildschirm holen \u2013 und durch diese Methode war ich einige Jahre lang in der Lage \u00bbmeine Arbeit zu sehen\u00ab. Aber schlie\u00dflich hat der Augenarzt seine Rache an mir bekommen und ich kann nichts mehr sehen. Jetzt hat Big Ed nicht mehr diese Bedeutung.<\/p>\n<p><em>Damien: <\/em>Jack, als Erstes m\u00f6chte ich mich f\u00fcr die Stunden der Unterhaltung bedanken, die ich gehabt habe und hoffentlich noch haben werde.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Ich hoffe, Sie haben die B\u00fccher gekauft und sie nicht einfach in der \u00f6ffentlichen Bibliothek ausgeliehen.<\/p>\n<p><em>Damien: <\/em>Eigentlich habe ich sie meinem Dad geklaut.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Wissen Sie, wenn man sich in D\u00e4nemark ein Buch aus der Bibliothek holt, bezahlt man eine Geb\u00fchr, die an den Schriftsteller geht. Ich glaube in England ist es genauso. Aber hier in den Staaten wird der Schriftsteller abgezockt. Die Leute gehen zur Bibliothek, nehmen B\u00fccher mit und der Schriftsteller bekommt ihr-wisst-schon-was daf\u00fcr. Die Musikervereinigung hat arrangiert, dass jedes Mal, wenn ein St\u00fcck im Radio gespielt wird, Tantiemen oder was auch immer an den K\u00fcnstler oder Komponisten abgef\u00fchrt werden. Ich glaube, es gibt eine \u00e4hnliche Anstrengung f\u00fcr Autoren, dass der Schriftsteller jedes Mal, wenn ein Buch ausgeliehen wird, einen Anteil erh\u00e4lt. Eigentlich muss es nicht allzu viel sein, nur einen Cent pro Exemplar oder etwas in der Art \u2013 aber es w\u00fcrde sich summieren. So, wie es jetzt ist, schreibt man ein Buch und man verkauft tausend Exemplare, wenn man Gl\u00fcck hat, aber die Dinger in der Bibliothek werden hunderttausend Mal gelesen und man bekommt ihr-wisst-schon-was daf\u00fcr. Ich murre nicht allzu viel dar\u00fcber, aber ich m\u00f6chte, dass ihr wisst, dass das nicht wirklich richtig ist.<\/p>\n<p><em>Damien: <\/em>Ich habe nicht wirklich dar\u00fcber nachgedacht, aber Sie haben Recht, das h\u00f6rt sich ganz und gar nicht fair an. Aber eigentlich kaufe ich B\u00fccher auch.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Oh, ich habe nur Spa\u00df gemacht \u2026 Aber ich glaube in D\u00e4nemark \u2013 bei England bin ich mir nicht sicher \u2013 und m\u00f6glicherweise in anderen skandinavischen L\u00e4ndern und vielleicht Deutschland haben sie diese geringe Geb\u00fchr.<\/p>\n<p><em>Damien: <\/em>Ich w\u00fcrde gern die Frage, die Chris gestellt hat, aufgreifen. Ich bin sicher, Sie ist Ihnen schon viele Male gestellt worden, aber angesichts der Bedingungen, unter denen Sie arbeiten m\u00fcssen, was veranlasst Sie \u00fcberhaupt noch zu schreiben?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Tja, ich schreibe schon seit einer schrecklich langen Zeit und wenn ich es nicht tun w\u00fcrde, h\u00e4tte ich nicht viel anderes, au\u00dfer herumzusitzen. Ich habe eine Menge Aufnahmen, alten, traditionellen Jazz' \u2013 ist irgendjemand von euch traditioneller Jazz-Typ?<\/p>\n<p><em>Chris: <\/em>Ich habe Spa\u00df daran, kann aber nicht sagen, dass meine Sammlung gro\u00df ist.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Tja, ich wei\u00df nicht, wie viele Aufnahmen ich habe, aber es muss in die Tausende gehen. Es verteilt sich auf CD, Platten und Kassetten und damit habe ich ein gewaltiges Projekt im Versuch, alles zu organisieren und auf CD zu bringen, katalogisieren \u2013 es ist eine zwecklose Aufgabe, es nutzt niemandem etwas, au\u00dfer vielleicht John oder meinem Enkel \u2013 aber es ist eine Aufgabe. Also habe ich neben dieser speziellen Aufgabe nichts anderes zu tun. Oh, ich lese nat\u00fcrlich viel, diese Kassetten. Aber trotzdem werde ich unruhig oder nerv\u00f6s, wenn ich kein Projekt habe, an dem ich schreiben kann, um sozusagen meinen Geist zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p><em>John V: <\/em>Dad, was war in den alten Tagen, als du dir den Lebensunterhalt als Zimmermann verdient hast?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Tja, was soll damit sein?<\/p>\n<p><em>John V: <\/em>Was hat dich dazu gebracht zu schreiben, statt N\u00e4gel zu klopfen?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Brauchst du darauf wirklich eine Antwort, John?<\/p>\n<p><em>John V: <\/em>Ich glaube, ich kenne die Antwort!<\/p>\n<p><em>Damien: <\/em>Ich w\u00fcsste die Antwort gerne!<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Tja, in den fr\u00fchen Tagen war ich f\u00fcr eine Weile Seemann; dann habe ich geheiratet und nat\u00fcrlich mit der Schifffahrt aufgeh\u00f6rt. Ich musste eine Art Job finden, die mich \u00fcber Wasser hielt, bis ich den Lebensunterhalt mit Schreiben verdienen konnte (ich habe an Bord geschrieben). Ein Freund von mir sagte: \u00bbWeshalb gehst du nicht als Zimmermann in die Lehre? Man wird zwar nicht gut bezahlt und man muss vier Jahre lernen \u2013 das geht einem ziemlich auf den Geist \u2013, aber man kann sich trotzdem damit \u00fcber Wasser halten. Ich bin Lehrling und es ist sehr schwer \u2013 sie drehen dich richtig durch die Mangel, lassen dich hier- und dorthin rennen \u2013, aber schlie\u00dflich ist es ein ehrenhaftes Leben.\u00ab \u00bbIn Ordnung, Sam\u00ab, \u2013 sein Name war Sam \u2013 er nahm mich mit zur Zimmermannsinnung und der Kerl am Schreibtisch schaute mich an und sagte: \u00bbIn Ordnung, ich stelle dir ein paar Fragen. Wie sind die Abmessungen eines S\u00e4geblocks?\u00ab Ich sagte: \u00bbOh, etwas so und so.\u00ab Er sagte: \u00bbWeshalb werden Pfosten in Abst\u00e4nden von 40cm gesetzt?\u00ab Ich dachte etwas dar\u00fcber nach und sagte: \u00bbTja, das muss so sein, damit sie einen Meter zwanzig Platten Sperrholz halten k\u00f6nnen, ohne dass diese \u00fcberlappen.\u00ab Und die dritte Frage \u2013 ich habe vergessen welche \u2013, ich glaube er hat mich gefragt, welches Ende des Nagels eingeschlagen wird. \u00bbTja, mir scheint es praktisch zu sein, die Spitze zuerst einzuschlagen, weil der Kopf eine gr\u00f6\u00dfere Oberfl\u00e4che bietet, um darauf zu schlagen.\u00ab \u00bbIn Ordnung\u00ab, \u2013 er schrieb mir einen Zettel \u2013 \u00bbhier nimm; geh nach dr\u00fcben und sie geben dir einen Job.\u00ab Und er machte mich zum Zimmermannsgesellen! Mein Freund, Sam Wainwright, war in seinem vierj\u00e4hrigen Ausbildungsprogramm gefangen und ich marschierte mit einem Job als Zimmermannsgeselle hinaus, mit dem Dreifachen, was er verdiente. Wie seine Kinnlade heruntergefallen ist! \u00bbJesus Christus, was zur H\u00f6lle geht hier vor?\u00ab<\/p>\n<p><em>John V: <\/em>Das Bauwesen im Buchtgebiet hat im Jahr darauf gelitten \u2026<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Tja, ich habe schnell gelernt. Bei meinem ersten Job bin ich nach ein oder zwei Stunden gefeuert worden. Der zweite dauerte schon ein paar Stunden und der dritte \u2026 jedenfalls, nachdem ich bei einigen Jobs gefeuert worden war, war es nicht mehr so schwer. Ich bin letzten Endes ein recht ordentlichen Zimmermann geworden. Und ich bin wirklich dankbar daf\u00fcr, diese M\u00f6glichkeit Zimmermann zu sein, bekommen zu haben, weil es mir sehr n\u00fctzlich war, als wir in dieses Haus gezogen sind. Es war nur ein kleiner Stall, aber mit den Jahren und mit Johns Hilfe, als er alt genug war, habe ich dieses Haus um den alten Stall herum gebaut, in dem wir jetzt wohnen. Ohne die Ausbildung h\u00e4tte ich es nicht tun k\u00f6nnen. Mit anderen Worten: Ich bin nicht versessen darauf gewesen Zimmermann zu sein, ich bin irgendwie gl\u00fccklich dar\u00fcber, aber ich habe jede M\u00f6glichkeit genutzt herauszukommen. Jedes Mal, wenn ich einen Abschluss gemacht hatte und etwas Geld bekam, habe ich die Zimmermannsinnung verlassen und bin mit Norma auf Reisen gegangen.\u00a0 Dann ging das Geld aus und ich musste zur\u00fcckschleichen und versuchen einen neuen Job zu bekommen. Zu der Zeit waren die Jobs nicht reich ges\u00e4t und sie versuchten mich drau\u00dfen zu halten, aber ich schaffte es\u00a0 wieder hineinzukommen. Ich bin bei der Zimmermannsinnung drei oder vier Mal ein- und ausgetreten \u2026 das letzte Mal bin ich nicht mehr zur\u00fcckgekommen; das Einkommen vom Schreiben war ausreichend, dass ich diese unehrenhaften Aufgaben nicht mehr machen musste. Nat\u00fcrlich hat Norma auch gearbeitet, was auch geholfen hat.<\/p>\n<p><em>\u00a0John V: <\/em>War das nicht so etwa um '73 herum?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Ich habe vergessen, wann das war. Nein, es war fr\u00fcher, glaube ich. Jedenfalls war das mein Leben als Zimmermann.<\/p>\n<p><em>Damien: <\/em>Also mochten Sie das Schreiben mehr als die Zimmerei?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Na sicher! Ich konnte mir die Zeit selbst einteilen, auf einem bequemen Stuhl sitzen, Kaffee trinken, Bier, wenn die Gelegenheit es bot, Norma bitten mir ein h\u00fcbsches Essen zu bereiten, wenn sie dazu aufgelegt war \u2026 offensichtlich ist es viel angenehmer ein Schriftsteller zu sein. Wenn man Zimmermann ist, arbeitet man auf den H\u00fcgeln hier in der Umgebung, da ist der Giftsumach und man muss das Material die H\u00fcgel hinauf- und hinunterschleppen; man wird es Leid. Es ist Arbeit, harte Arbeit! Man kommt nach Hause und ist m\u00fcde. Aber wie ich schon sagte, ich habe es nie bereut, war nie verr\u00fcckt danach \u2013 es war okay. Ich habe eine Menge guter Leute getroffen. Ich glaube, aus den Zimmermannstagen sind keine Freunde mehr \u00fcbrig. Aber ich habe viele Freundschaften geschlossen, mit Zimmerleuten. Sie waren nicht vom gleichen Schlag wie Schriftsteller. Ich w\u00fcsste niemanden, der gleichzeitig Zimmermann und Schriftsteller gewesen ist. Es muss nat\u00fcrlich viele gegeben haben.<\/p>\n<p>Aber als ich mit der Zimmerei aufgeh\u00f6rt habe, hat sich mein Bekanntenkreis total ge\u00e4ndert. Ich habe Poul Anderson kennen gelernt \u2013 er war einer der ersten Schriftsteller in meinem Bekanntenkreis \u2013 und wir sind gute Freunde geblieben, bis zu seinem Tod, was, wie ich finde, ein gro\u00dfer Verlust war. Poul war einer der feinsten Menschen, die ich je gekannt habe, wenn nicht sogar der feinste \u2013 tja, Anwesende nat\u00fcrlich ausgenommen. Aber er war ein echter Gentleman \u2013 ein wunderbarer Kerl, ich kann nicht genug Nettes \u00fcber Poul sagen. Er war d\u00e4nischer Abstammung und seine Mutter hat ihn D\u00e4nisch gelehrt \u2026 aber ich m\u00f6chte nicht zu viel von Poul schw\u00e4rmen. Aber ich vermisse ihn! Ich sch\u00e4tzte, unter den Schriftstellern war er mein bester Freund. Frank Herbert habe ich ziemlich gut gekannt. Anthony Boucher kannte ich recht gut. Er war ein Herausgeber \u2013 tja, und auch Schriftsteller: Kriminalromane und sogenannte Sciencefiction. Also \u2026 habe ich das Thema ersch\u00f6pfend behandelt?<\/p>\n<p><em>Damien: <\/em>Mehr als das \u2013 Sie haben nahezu alle meine Fragen beantwortet! Vielen Dank.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Bitte sch\u00f6n! Z\u00f6gert nicht Fragen zu stellen. Es ist sehr angenehm hier zu sitzen und ihr Gentlemen habt es ohne Zweifel auch bequem dort, wo ihr seid. Ich bedaure nur, dass wir nicht alle mit einer Flasche Bier an einem Tisch sitzen, aber vielleicht kommt diese Zeit noch.<\/p>\n<p><em>Dave: <\/em>Hi Jack, hier ist Dave Reitsema.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Hi Dave. Wie geht's?<\/p>\n<p><em>Dave: <\/em>Gut geht's, ich bin im Urlaub in West-Michigan \u2013 sitze am Ufer von Lake Michigan. Es ist sch\u00f6n.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Es <em>ist<\/em> sch\u00f6n. Gibt's Moskitos?<\/p>\n<p><em>Dave: <\/em>Oh ja, hier gibt es alle m\u00f6glichen Arten von Insekten \u2013 einige Arten, die noch nicht benannt oder entdeckt worden sind!<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Sie haben eine H\u00fctte im Dorf oder drau\u00dfen?<\/p>\n<p><em>Dave: <\/em>Eine H\u00fctte. Sie s\u00e4umen das Ufer hier. Meine Frau und ich stammen aus dieser Region, also kommen wir auf Besuch zur\u00fcck und alle Verwandten kommen heraus und trinken Margaritas und Bier.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Das h\u00f6rt sich prima an. Seid ihr den ganzen Sommer \u00fcber dort?<\/p>\n<p><em>Dave: <\/em>Nein, wir bleiben gew\u00f6hnlich nur eine Woche.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Von wo? Ich habe vergessen \u2026<\/p>\n<p><em>Dave: <\/em>Ich wohne im S\u00fcdteil von Denver.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Kokkonen, der Programmierer, den ich erw\u00e4hnt habe, wohnt in Boulder City, wenn ich mich nicht irre. Ich kenne Denver nicht sehr gut, au\u00dfer dass das Brown's Palace ein gutes Hotel sein soll.<\/p>\n<p><em>Dave: <\/em>Es ist ein wunderbares Hotel und das Broadmoor in Colorado Springs ist sogar noch besser.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Oh wirklich? Dieses Brown's Palace ist richtig alt, nicht wahr?<\/p>\n<p><em>Dave: <\/em>Ja, mindestens 125 Jahre alt, glaube ich.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Haben Sie es schon einmal besucht?<\/p>\n<p><em>Dave: <\/em>Ab und zu esse ich dort, es ist ein guter Ort f\u00fcr Gesch\u00e4ftstermine.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Ich k\u00f6nnte mir vorstellen, dass man dort wahrscheinlich gut essen kann.<\/p>\n<p><em>Dave: <\/em>Ja, aber man muss eine Krawatte tragen.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Aber ich wette, sie haben wahrscheinlich gute Steaks und dergleichen \u2013<\/p>\n<p><em>Dave: <\/em>Das haben sie!<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Tja, es tut mir Leid, aber ich kann Sie zum Abendessen heute dort nicht treffen.<\/p>\n<p><em>Dave: <\/em>Ich w\u00fcrde gern mit Ihnen zu Abend essen, irgendwann! \u2026<\/p>\n<p>Die Frage, die mich am meisten interessiert, ist, was Sie \u00fcber das VIE meinen und ob Sie mit den Fortschritten oder dem bisherigen Ergebnis zufrieden sind.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Tja, zun\u00e4chst einmal w\u00e4re ich ein ungehobelter Klotz, wenn ich daran etwas auszusetzen h\u00e4tte, Sie wissen schon, wenn ich mich beschweren w\u00fcrde und sagte: \u00bbWas f\u00fcr ein Haufen mieser Typen\u00ab \u2013 man w\u00fcrde denken, ich w\u00e4re verr\u00fcckt. Nein \u2013 offenbar finde ich nicht das richtige Wort. Ich habe gestern dar\u00fcber nachgedacht, welches Adjektiv ich verwenden k\u00f6nnte, um das zu beschreiben, was ich \u00fcber das VIE denke. Ich habe das Wort \u00bbDankbarkeit\u00ab verworfen, weil ich es nicht f\u00fcr treffend halte, aber ich bewundere die Arbeit, die ihr geleistet habt. Ich bin wirklich beeindruckt von euch \u2013 froh, dass jemand da ist, der es macht. So viel ich wei\u00df bin ich der einzige gegenw\u00e4rtige Schriftsteller, f\u00fcr den jemand sich diese M\u00fche gibt so weit zu gehen. Ich bin gl\u00fccklich dar\u00fcber \u2013 Norma hat das Wort \u00bbgeehrt\u00ab vorgeschlagen \u2013, das kommt dem schon sehr nahe, sch\u00e4tze ich. Also, wenn ich noch mehr schmeicheln soll, k\u00f6nnte ich wahrscheinlich fortfahren.<\/p>\n<p><em>John V: <\/em>Ich denke, das Wort ist \u00bberfreut\u00ab!<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Erfreut und geehrt und ich habe es lieber so, als anders, dass mir niemand Aufmerksamkeit schenkt! Ein alter Schurke wie ich und jeder sagt: \u00bbWer ist das?\u00ab Nein, statt dessen ist es anders. Jemand sagt: \u00bbJack Vance?\u00ab und jetzt gibt es wenigstens einige Leute, die ihren Kopf herumdrehen und nicht auf den B\u00fcrgersteig spucken. Also, das ist es \u2013 beantwortet das die Frage oder nicht?<\/p>\n<p><em>Dave: <\/em>Ich glaube schon; ich muss Ihnen sagen, dass ich froh bin und mich gl\u00fccklich sch\u00e4tze heute Abend mit Ihnen zu reden und Fragen zu stellen, aber wenn ich mich recht erinnere sind Sie in den Seiten von COSMOPOLIS nicht zu finden.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Nein, ich m\u00f6chte mich da heraushalten, ich m\u00f6chte nicht \u2026<\/p>\n<p><em>Dave: <\/em>Das ist in Ordnung, aber es ist nett Sie das sagen zu h\u00f6ren, weil man es in COSMOPOLIS oder anderswo nicht lesen kann.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Nein, ich glaube nicht, dass es an mir ist, mich in die VIE-Angelegenheiten einzumischen. Ich bin kein Mitglied der Gruppe und es w\u00e4re impertinent von mir mich hineinzudr\u00e4ngen. Ich halte mich sehr energisch von der Arbeit fern, die ihr macht, abgesehen davon, dass ich gl\u00fccklich bin, dass sie getan wird. Noch einmal, ich bewundere eure Arbeit; es sieht aus, als leistetet ihr eine gro\u00dfartige Arbeit. Ich kann die B\u00fccher nicht selbst sehen, aber jeder, der sie hat, bewundert sie ungeheuer.<\/p>\n<p><em>John V: <\/em>Hier m\u00f6chte ich etwas einwerfen. Als Paul mit dieser Idee zuerst an uns herantrat, verbot Dad meiner Mutter und mir mehr oder weniger ausdr\u00fccklich uns dort mit hineinziehen zu lassen, weil es einfach Zeit brauchen w\u00fcrde und wir hier eine Menge andere Dinge zu tun haben. Im Grunde genommen wollte Dad, dass wir an anderen Dingen arbeiten.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Aber gl\u00fccklicherweise hat es \u00fcberhaupt keine Zeit von Norma oder John beansprucht. Ha! Es war schlimmer, als ich erwartet hatte! [lacht]\n<p><em>John V: <\/em>COSMOPOLIS ist ein Nebenprodukt der Hauptarbeit, die vonstatten geht. Insbesondere Mom hat etwas eingebracht, um unsere Wertsch\u00e4tzung gegen\u00fcber den Leuten zu zeigen, die am Projekt arbeiten. Aber f\u00fcr Dad gibt es eigentlich keinen Grund vorzutreten und sich an COSMOPOLIS zu beteiligen.<\/p>\n<p><em>Chris: <\/em>Waren Sie jemals verstimmt \u00fcber die Art, wie Herausgeber in der Vergangenheit mit Ihren Texten umgegangen sind, die zur Ver\u00f6ffentlichung standen?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Oh nat\u00fcrlich! Oh mein Gott, ich m\u00f6chte mich nicht einmal dar\u00fcber auslassen, ich k\u00f6nnte einen Herzinfarkt bekommen! Herausgeber haben Sachen mit meinen Werken gemacht, die nicht einmal ein Hund anstellen w\u00fcrde. Sie tun es, ohne auch nur Gewissensbisse zu haben. Wenn ich sie sehe, wenn ich sie \u00fcberhaupt zu sehen bekomme, haben sie diesen leeren Blick \u2013 und wenn ich mich beschwere, tun sie \u00fcberrascht. \u00bbWir sind da, um Ihnen zu helfen, Mr. Vance, um das, was Sie schreiben, besser zu machen.\u00ab In Ordnung! Sie habe einige schreckliche Taten begangen. Alle meine Titel ge\u00e4ndert, Titel verwendet, die ich nicht mag. Die halbe Zeit, wenn ich der Geschichte einen Titel gegeben habe, kommt irgendein M\u00e4dchen aus Vassar daher und sagt: \u00bbGott, der ist nicht so gut, ich nehme einen anderen Titel.\u00ab Und das ist die Art und Weise, in der sie herauskommt. Und was mich mehr als alles andere \u00e4rgert ist, dass diese M\u00e4dchen aus Vassar diese Jobs als Manuskriptbearbeiterinnen kriegen und was sie haben, ist dieses Exemplar von <em>Fowler\u2019s English Usage<\/em> neben sich und sie wollen, dass ich mich an Fowler halte! Und ich versuche ihnen zu erkl\u00e4ren, dass es ein Gerbrauchsbuch ist! Es ist keine Bibel oder sonst etwas. Sie wollen alle in einer Reihe stehen haben und einen Habacht annehmen lassen, wenn Fowler vorbeimarschiert. Das bringt mich mehr auf als alles andere. \u00bbFowler mag das nicht!\u00ab Ihr wisst schon \u2013 man sollte ein Komma statt zweier verwenden, sagt Fowler. Fowler kann mir den Buckel herunterrutschen!<\/p>\n<p><em>Chris: <\/em>Ist es mehr eine Frage kleiner Dinge der Art, wie S\u00e4tze aufgebaut sind?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Es sind alle m\u00f6glichen Dinge. Ich bin mehr oder weniger vor den schlimmsten Gr\u00e4ueltaten gesch\u00fctzt, weil ich vieles davon niemals zu Gesicht bekomme. Ihr habt mehr davon zu sehen bekommen als ich. Norma hat viele gesehen und ab und zu erz\u00e4hlt sie mir von diesem und jenem und ich bitte sie nicht weiter zu erz\u00e4hlen, weil meine Verdauung dann nicht mehr so gut ist.<\/p>\n<p><em>Chris: <\/em>Dann sollten wir zur n\u00e4chsten Frage \u00fcbergehen!<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Jedenfalls geht es mir nicht allein so; alle, die ich kenne, sind b\u00f6se auf die Herausgeber, nicht nur ich. Au\u00dfer vielleicht Dylan Thomas oder John Masefield oder \u2026 tja, egal, machen wir weiter.<\/p>\n<p><em>John S: <\/em>Jetzt, wo <em>Lurulu<\/em> vollendet ist, was machen Sie nun?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Tja, ich werde es euch sagen, ich wusste, dass diese Frage gestellt w\u00fcrde und ich m\u00f6chte nicht in die Details der Geschichte gehen oder gar den Titel nennen, aber ich sage, wie es dazu gekommen ist. Als ich <em>Ports of Call<\/em> schrieb, endete das in einem langen Buch, ich hatte aber immer noch eine Menge Material, das ich verwenden wollte. Also sagte ich frei heraus und ganz unkonventionell: \u00bbLadies und Gentlemen, ich muss die Geschichte hier enden lassen und mit dem n\u00e4chsten Band fortf\u00fchren.\u00ab Und so habe ich <em>Ports of Call<\/em> abgeschlossen. Aber ich habe das \u00fcbrige Material in <em>Lurulu<\/em> verwendet. Jetzt habe ich diese Geschichte beendet und habe keinerlei Impuls eine weitere Fortsetzung zu schreiben, aber ich finde, ich habe immer noch etwas Material \u2013 \u00fcber Orte, H\u00e4fen und Gesellschaften \u2013, die ich aus dem ein oder anderen Grund weder f\u00fcr <em>Ports of Call <\/em>noch f\u00fcr <em>Lurulu<\/em> verwendet habe, aus verschiedenen Gr\u00fcnden, die ich hier nicht aufz\u00e4hlen m\u00f6chte \u2013 tja, ich kann sagen, dass einige dieser Orte so unheimlich sind, so grotesk, dass ich meinen Lesern keinen Schrecken einjagen will \u2013 also verwende ich jetzt einiges von diesem Material f\u00fcr das neue Buch, das ich schreibe. Vielleicht brauche ich alles davon, vielleicht nichts. Es ist ein anderes Werk als <em>Ports of Call<\/em> oder <em>Lurulu<\/em>, das im Grunde genommen eine einzelne Erz\u00e4hlung bildet. Ist das mehr oder weniger das, was ihr wissen wolltet?<\/p>\n<p><em>John S: <\/em>Ich denke schon. Ich kann mich nicht erinnern, ob dies schon einmal gefragt wurde; ich wei\u00df, dass Sie und Norma viel gereist sind \u2013 in welchem Ma\u00dfe finden sich Ihre Reisen und die Leute, die Sie getroffen haben in Ihren Geschichten wieder?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>\u00dcberhaupt nicht. Tja, lasst es mich so sagen: Ich bin mir dessen nicht bewusst, aber ich nehme an, ganz egal, was man im Leben macht, ob man reist oder nicht reist oder einfach nur Leute trifft oder als Zimmermann arbeitet oder als Radioansager, all diese Lebenserfahrungen gehen ins Unterbewusstsein ein und wenn man anf\u00e4ngt zu schreiben, ruft man diese Dinge ab ohne gro\u00dfartig dar\u00fcber nachzudenken. Also nehme ich an, dass alle Leute, die ich getroffen habe, sei es hier in den Staaten oder sonst wo, vielleicht verwendet habe, um mir bei den Geschichten zu helfen. Ich habe einige Kriminalromane geschrieben und als Hintergr\u00fcnde Marokko, den Pazifischen Ozean und Positano in Italien verwendet und einen Frachter, auf dem Norma und ich von San Franzisko nach Spanien gefahren sind \u2013 ich habe ihn als Hintergrund f\u00fcr eine Geschichte verwendet \u2013 Kriminalgeschichten. Aber bei dem anderen Material sind die Hintergr\u00fcnde viel k\u00fcnstlicher \u2013 nebenbei bemerkt, ich hasse das Wort \u00bbSciencefiction\u00ab, ich hasse einfach es zu benutzen \u2013 es l\u00e4sst mich an <em>Star Trek <\/em>denken und die Heranwachsenden, die \u2026 tja, ich will nicht weiter davon sprechen. Der letzte Film, den ich gesehen habe, war <em>Star Wars<\/em> und das, weil ich Freikarten daf\u00fcr bekommen habe. Wie sich herausgestellt hat, mochte ich ihn, ich hatte eine Menge Spa\u00df. Ich habe alles daran gemocht \u2013 au\u00dfer, als sich der Held mit dem B\u00f6sewicht duelliert, mit Lichtschwertern, was ich f\u00fcr ziemlichen Mumpitz gehalten habe. Jedenfalls halte ich mich vom sogenannten Gebiet der \u00bbSciencefiction\u00ab fern. Jedem, der mich fragt, was ich schreibe, sage ich: \u00bbOh, Abenteuergeschichten, Sozialdarwinismus\u00ab \u2013 ich gebe einfach eine phantasievolle Antwort, niemand wei\u00df, wor\u00fcber ich eigentlich rede. Ich nehme an, ich sollte nicht so verdammt empfindlich sein oder eitel oder was immer es ist. Ich sollte den Stier bei den H\u00f6rnern packen und sagen: \u00bbIn Ordnung, Vance, alle denken, du bist ein Sciencefiction-Schriftsteller, du kannst es genauso gut akzeptieren.\u00ab Das w\u00e4re wahrscheinlich das Vern\u00fcnftigste. Aber meine Eitelkeit ist, dass ich einfach nicht im gleichen sinkenden Boot sitzen will, wie <em>Star Trek<\/em>.<\/p>\n<p><em>John S: <\/em>Schon klar und ich werde mich auf Ihr Werk nicht als \u00bbSciencefiction\u00ab beziehen.<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Okay, obwohl ich mich eigentlich nicht zu sehr dar\u00fcber aufrege \u2013 ich mag es nur einfach nicht.<\/p>\n<p>Das erinnert mich an die Zeit, als die Regierung Mexikos mich und Theodore Sturgeon nach Mexiko City geholt hat und uns, zusammen mit Italo Calvino und einem mexikanischen Kommunisten, an einer Radio-Talkshow teilnehmen lie\u00df. Ich habe zu der Zeit nicht viel dar\u00fcber nachgedacht, aber jeder dieser Leute hatte eine v\u00f6llig andere Vorstellung von dem Gebiet der \u00bbSciencefiction\u00ab. Sturgeon und ich waren etwas n\u00e4her beieinander, aber zum Beispiel hatte Calvino die Vorstellung, dass das Gebiet aus der Ikarus-Legende entstanden sei, dass es eine Fortf\u00fchrung der griechischen Mythologie w\u00e4re; der Kommunist dachte, es w\u00e4re alles Sozialpropaganda, dass sich die gesamte Sciencefiction der egalit\u00e4ren Revolte der Massen widmen sollte und dies der einzige Grund ist sie zu schreiben. Ich habe vergessen, was Sturgeons Vorstellung gewesen ist, meine Vorstellung jedenfalls war sie einfach nur zum Zwecke der Unterhaltung zu verwenden!<\/p>\n<p><em>Damien: <\/em>Wenn Sie die Wahl h\u00e4tten, wessen Werk, das \u2013 aus Mangel an einem besseren Wort \u2013 unter der gleichen Behandlung wie Ihres \u00bbgelitten\u00ab hat, w\u00fcrden Sie gern als VIE sehen?<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Tja, ich sch\u00e4tze Poul Anderson k\u00e4me mir in den Sinn. Nat\u00fcrlich ist er jetzt tot und kann es nicht mehr wertsch\u00e4tzen, aber er h\u00e4tte sicherlich seine Freude daran, wenn sein Werk in dieser Form bearbeitet w\u00fcrde. Es mag noch einige geben, deren Werk ich bewundere. Aber wie ich schon sagte, ich bin kein Experte auf diesem Gebiet.<\/p>\n<p><em>Damien: <\/em>Nun,\u00a0 ich w\u00fcrde Sie nicht nut auf Sciencefiction beschr\u00e4nken wollen \u2013<\/p>\n<p><em>Jack: <\/em>Oh, tja, um Himmels Willen, ich lese viele Kriminalromane, Spannungsromane und es gibt einige Autoren, die ich sehr bewundere. Es gibt eine Dame namens M.C. Beaton. Kennt irgendjemand sie?<\/p>\n<p><em>Dave: <\/em>Ich liebe sie; sie ist eine wunderbare Schriftstellerin.<\/p>\n<p><em>Jack:<\/em> Sie ist meine Lieblingsschriftstellerin; sie ist gro\u00dfartig. Besser kann man es nicht machen. Ihre Geschichten sind mir zur Gewohnheit geworden. Sie hat eine neue ver\u00f6ffentlicht namens <em>Death of a Celebrity<\/em>; ich lese ihre Sachen immer und immer wieder. Es gibt noch andere gute Schriftsteller \u2013 gew\u00f6hnlich halte ich John MacDonald f\u00fcr einen wirklich guten, dann macht mich wieder seine Ansicht krank und \u00e4rgerlich, dass er in jedem seiner B\u00fccher eine gro\u00dfe erotische Aktivit\u00e4t hineinbringen muss, uns sie sind alle gleich, es gibt eine Formel, die er verwendet hat. Aber wenn diese erotischen Aktivit\u00e4ten nicht in den B\u00fcchern w\u00e4ren, w\u00e4ren sie gro\u00dfartig. Er ist ein intelligenter Mann und er hat ein Auge f\u00fcr alle m\u00f6glichen wundervollen Dinge, aber all dieses Gerede \u00fcber wie er sein Ding benutzt und die Damen, die er flach gelegt hat, es wird einfach so gottverdammt langweilig und jetzt kann ich ihn nicht mehr ausstehen, ich lese ihn nicht mehr. Aber lasst mich nachdenken, jetzt \u2026 jetzt Agatha Christie und Earl [Stanley] Gardner, diese alten Schlachtrosse, f\u00fcr sie habe ich eine Vorliebe und genie\u00dfe es sie zu lesen.<\/p>\n<p>Ich mag englische Geschichten lieber als amerikanische. Oh und Norma hat gerade Arthur Upfield erw\u00e4hnt, einen Australier; ist jemand mit seinen B\u00fcchern vertraut? Wenn nicht, dann geht nicht, sondern rennt zur n\u00e4chsten Bibliothek und holt euch Arthur Upfield.<\/p>\n<p><em>Damien:<\/em> Zur Bibliothek, wie?<\/p>\n<p><em>Jack:<\/em> Das muss man. Upfield ist nach Australien gegangen, von England, als Reporter. Seine fr\u00fchen Sachen sind schrecklich, aber je mehr er schrieb, desto besser wurde er und seine sp\u00e4teren Sachen sind einfach gewaltig. Und man lernt mehr \u00fcber Australien, wenn man Arthur Upfield liest, als auf anderem Wege. Es gibt eine Frau namens Deborah Crombie, die ist eine gute Schriftstellerin \u2013 und Ruth Rendell, aber oft machen ihre Sachen sehr depressiv und ich lese keine Krimis, um mich depressiv zu f\u00fchlen, um mich im Weltschmerz zu ergehen. Manchmal f\u00fchlt sie sich veranlass alle Register der Trag\u00f6die zu ziehen und den Leuten schlimme Dinge zusto\u00dfen zu lassen \u2013 die Babies sind alle tot und die Damen kriegen Lepra \u2026 Aber wenn ihre Sachen nicht so sind, kann ich sie empfehlen \u2013 sie ist eine verdammt gute Schriftstellerin.<\/p>\n<p>Irgendwie mag ich die Sachen von Martha Grimes, obwohl mitunter finde ich sie versucht zu niedlich zu sein, zu kokett; trotzdem, ich finde sie unterhaltend. Noch einmal, ich rede immer noch \u00fcber Kriminalromane, an denen ihr nicht besonders interessiert seid.<\/p>\n<p><em>Dave:<\/em> Sie haben angefangen f\u00fcr die Pulp-Magazine zu schreiben und haben dann Krimis geschrieben \u2026<\/p>\n<p><em>Jack:<\/em> Ich habe versucht ehrliches Geld zu verdienen.<\/p>\n<p><em>Dave:<\/em> Und dann haben Sie sich wieder auf Ihre gegenw\u00e4rtigen Werke zur\u00fcckbewegt?<\/p>\n<p><em>Jack:<\/em> Eine Sache der \u00d6konomie. Diese fr\u00fchen Geschichten, ich habe versucht etwas zu schreiben, was sich verkaufen w\u00fcrde. Ich habe versucht an John Campbell zu verkaufen und hatte Gl\u00fcck bei ihm, wenn ich etwas finden konnte, was mit dem Paranormalen zu tun hatte: Telepathie, Telekinese, Vorhersagen \u2026 Poul hat mir einmal erz\u00e4hlt, er w\u00e4re in Campbells Hinterhof gewesen und Campbell h\u00e4tte ihm einen verbogenen Drahtkleiderb\u00fcgel gegeben und ihm gesagt, er solle \u00fcber den Hinterhof gehen und Poul sagte, der Kleiderb\u00fcgel schlug jedes Mal aus, wenn er dar\u00fcber herging und John h\u00e4tte sagte: \u00bbTja, dort verlaufen die Rohre; du bist ein guter W\u00fcnschelruteng\u00e4nger.\u00ab Das war die Art von Dingen, die Campbell interessierten. Also gebe ich zu, dass ich daraus einen Vorteil sch\u00f6pfte \u2013 ich wusste, ich konnte ihm eine Geschichte verkaufen, solange ich nur etwas Paranormales hereinpackte. Dann habe ich angefangen Krimis zu schreiben \u2013 zun\u00e4chst einmal, weil ich sie mochte \u2013, aber damit war kein Geld zu verdienen, also schrieb ich wieder sogenannte Sciencefiction und kehrte nicht mehr zum Krimi zur\u00fcck.<\/p>\n<p><em>Chris:<\/em> Ich frage mich, woher Ihr umfangreiches Vokabular stammt \u2013 es gibt Worte, die Sie verwenden, die in keinem Standard-Thesaurus zu finden sind, also werde ich die Antwort, dass Sie einfach im Thesaurus nachschlagen nicht akzeptieren.<\/p>\n<p><em>Jack:<\/em> Ich war eines dieser Kinder, die einen wunderbaren IQ hatten. Ich konnte schon sehr fr\u00fch lesen und war nicht gesellig, nicht so sehr, weil ich es nicht wollte, sondern weil die anderen Kinder mich nicht besonders mochten. Jedenfalls habe ich alles M\u00f6gliche gelesen \u2013 Wissenschaft, Geschichte, Kunst, Musik, alles. Im Alter von zehn \u2013 denkt daran, ich war sehr arrogant und eitel \u2013 dachte ich, dass ich eine bessere Ausbildung hatte, als die meisten Leute, mit denen ich in Kontakt kam. Eigentlich hatte ich sogar wahrscheinlich Recht damit! Aber niemand wollte, dass ihm ein Winzling erz\u00e4hlt, wie dumm er ist.<\/p>\n<p>Als ich die High School verlassen hatte, entschloss ich mich zu \u00e4ndern. Ich wollte kein \u00c4sthet und B\u00fccherwurm mehr sein, ich wollte ein Mann werden, sozusagen. Also zog ich nach der High School f\u00fcr f\u00fcnf Jahre aus und nahm alle M\u00f6glichen Arbeiten an \u2013 k\u00f6rperliche Arbeiten. Ich habe nat\u00fcrlich eine Menge Obst gepfl\u00fcckt. Ich habe unheimlich viel gelernt. Ich habe einen Job bei einem Minenausr\u00fcster oben in den Sierras bekommen, als Hilfsarbeiter. Ich habe dort alles M\u00f6gliche gelernt, ich will das nicht weiter ausf\u00fchren. Aber ich habe genug \u00fcber Elektrik gelernt, dass ich sp\u00e4ter die Navy hereinlegen konnte, indem ich sie im Glauben lie\u00df, ich sei Elektriker. Sie schickten mich nach Pearl Habor, als Gehilfe eines Elektrikers. Ich war drei oder vier Monate lang dort. Ich war ziemlich ver\u00e4rgert \u00fcber die Navy \u2013 man behandelte uns einfach nicht gut \u2013 und kam zur\u00fcck in die Staaten, einen Monat, bevor die Japaner diesen Ort trafen. Aber ich bin dorthin gekommen, wegen dem, was ich w\u00e4hrend meiner Zeit bei Western Knapp Engineering gelernt hatte.<\/p>\n<p><em>John V:<\/em> Was ist mit rigging, Dad?<\/p>\n<p><em>Jack:<\/em> Oh, rigging. Oben in den Bergen habe ich rigging gelernt, von Anfang bis Ende: hatte mit rigging zu tun, mit Riggern und habe die Rigger-Mentalit\u00e4t bewundert, was ich immer noch tue. Ich glaube rigging ist eine Handwerkskunst \u2026 tja, man h\u00f6rt nicht viel von einem Rigger. Tats\u00e4chlich habe ich sp\u00e4ter, nachdem ich von Hawaii zur\u00fcck war, einen Job als Rigger bei Kaiser bekommen, Schiffe gemacht. Ich war ein ziemlich guter Rigger, wurde sogar das, was sie einen <em>Quarterman<\/em> nennen, was hei\u00dft, dass ich sechs Rigs unter mir hatte.<\/p>\n<p>Jedenfalls habe ich das alles bei Western Knapp gelernt; es war eine wertvolle Erfahrung. Ich war nicht l\u00e4nger ein belesenes Wiesel, ich war ein menschliches Wesen. Ich habe mich mein ganzes Leben \u00fcber weiterentwickelt; ich glaube, beinahe jeder entwickelt sich mit den Jahren, wenn man nur etwas Verstand hat. Man sieht, wo man Fehler gemacht hat und wenn man nur ein wenig Willen hat, arrangiert man die Dinge so, dass man nicht zum Verbrecher wird.<\/p>\n<p>Oh \u2013 wo ich mein Vokabular her habe! Tja, ich habe mein Vokabular aus meiner fr\u00fchen Lekt\u00fcre. Einmal, bevor ich zu Western Knapp gegangen bin, hatte ich einen Job als Gehilfe eines Vermessers. Das hie\u00df, ich trug die Stange, haute Pf\u00e4hle ein und so weiter, mir machte es nichts aus. Aber er war ein ziemlich kluger Typ und ich dachte, ich w\u00fcsste alles. Ich erz\u00e4hlte ihm \u2013 ich wei\u00df nicht mehr, wie das Thema aufkam \u2013 aber ich erz\u00e4hlte ihm, dass Elektrizit\u00e4t der Fluss von Elektronen w\u00e4re. Er sah mich ver\u00e4chtlich an und sagte: \u00bbDu bist verr\u00fcckt, du hast keine Ahnung, wovon du redest.\u00ab Ich sagte: \u00bbNein, nein, das ist, was Elektrizit\u00e4t ist, es ist wohlbekannt.\u00ab Und er sagte: \u00bbAh bah, das ist nur das, was sie euch High-School-Kindern beibringen.\u00ab Und nat\u00fcrlich hatte er Recht. Elektrizit\u00e4t wird mit der Bewegung von Elektronen assoziiert, aber Wissenschaftler reden heute mehr von der elektrischen Ladung, die von den Elektronen transportiert wird.<\/p>\n<p>Jedenfalls habe ich daher mein Wissen, alles wegen einer irrt\u00fcmlichen Vorstellung, was ein elektrischer Strom ist. Ich habe durch Lesen ein recht gutes Vokabular entwickelt.<\/p>\n<p><em>Damien:<\/em> Ich habe die letzte Zeit viel mit Ihren Werken verbracht und festgestellt, dass Das Buch der Tr\u00e4ume in einigen Ihrer Geschichten auftaucht. Ich habe mich gefragt, ob es etwas ist, was Ihnen einfach eingefallen ist oder \u2026?<\/p>\n<p><em>Jack:<\/em> Nein, ich hatte nie ein Buch der Tr\u00e4ume, aber es schien mir eine gute Idee f\u00fcr Howard Alan Treesong eines zu haben.<\/p>\n<p>Er hatte dieses Symbol, von dem er dachte, es bes\u00e4\u00dfe mystische Kraft. Dieses besondere Symbol habe ich selbst entwickelt, vor langer Zeit. Es gibt ein Buch von Rockwell Kent namens <em>North By East<\/em>, in dem diese wunderbaren Holzschnitte sind, einige von ihnen zeigen ein an der K\u00fcste von Gr\u00f6nland havariertes Boot. Einige dieser Holzschnitte zeigen menschliche Wesen, die in einer idealen Weise durch das All fliegen. Ich dachte: \u00bbWie kann man dieses Gef\u00fchl auf einfachste Art ausdr\u00fccken, indem man zwei gekr\u00fcmmte Linien verwendet.\u00ab Also habe ich experimentiert, habe viel damit herumgespielt, sodass die Linien etwas komplizierter wurden und habe dieses Symbol in <em>Das Buch der Tr\u00e4ume<\/em> verwendet. Das Buch wurde zuerst von DAW ver\u00f6ffentlicht; ich hatte das Symbol verwendet und sie haben es nat\u00fcrlich umgekehrt gedruckt \u2013 ich stand kurz vor einem Herzinfarkt! Ganz dumme Sache! Diese sch\u00f6ne Symbol, das all diesen gro\u00dfartigen dynamischen Schub verk\u00f6rperte \u2013 und das verdammte Ding umgekehrt gedruckt! Wie konnte jemand so gottverdammt dumm sein? Es sah aus, wie ich oft gesagt habe, wie eine tote Robbe am Strand!<\/p>\n<p>Aber ob ich ein Buch der Tr\u00e4ume habe? Nicht wirklich, nein.<\/p>\n<p><em>Dave:<\/em> Ich glaube, Sie m\u00f6chten vielleicht vermeiden, als ein bestimmter Typ Schriftsteller charakterisiert zu werden und ich bin neugierig, ob Sie sich \u2013 und ich m\u00f6chte nicht, dass Sie bescheiden sind \u2013 als kreative Person, die in ihrem eigenen Stil schreibt, betrachten.<\/p>\n<p><em>Jack:<\/em> Oh ja, definitiv. Nicht nur ich, ich glaube, alle Schriftsteller haben dieses Gef\u00fchl.<\/p>\n<p><em>Dave:<\/em> Glauben Sie, dass jemand Sie beeinflusst hat? Sind Sie ein Handwerker, der die Arbeit von jemand Besonderem verfeinert?<\/p>\n<p><em>Jack:<\/em> Tja, ja und nein. Als ich klein war, habe ich ein Magazin namens <em>Weird Tales<\/em> gelesen. Es war voll von allen m\u00f6glichen guten Sachen und ich wurde von den erstaunlichen Geschichten beeinflusst, die ich dort fand. Das war damals in den '20ern. Und Lord Dunsany hatte einen Einfluss auf mich, als ich jung war. Jetzt hat er ihn nicht mehr, ich glaube er ist ein bisschen zu eingebildet, um die Wahrheit zu sagen, ein bisschen zu charmant. Aber als ich ihn als Kind gelesen habe, war ich sehr beeindruckt. Dann darf ich nat\u00fcrlich P.G. Wodehouse nicht auslassen, den ich enorm bewundere. Ich glaube, er war ein gro\u00dfer Schriftsteller, zumindest vor dem Krieg. Jeffrey Farnol habe ich verschiedene Male erw\u00e4hnt, er hat Abenteuergeschichten geschrieben, Engl\u00e4nder, w\u00e4hrend der 20er. Ich habe Sherlock Holmes gemocht. Puh, ich habe so viel gelesen, ich kann mich nicht mehr an alles erinnern \u2026<\/p>\n<p><em>Dave:<\/em> Aber Sie w\u00fcrden nicht sagen, dass Sie jemanden bewusst \u2013<\/p>\n<p><em>Jack:<\/em> Kopiert habe? Keineswegs. Ich bin beeinflusst worden, in dem Sinne, dass: \u00bbOh, das h\u00f6rt sich wie eine gute Idee an, ich versuche etwas \u00c4hnliches zu benutzen.\u00ab Aber noch einmal, wie ich schon sagte, jeder, der schon einmal geschrieben hat, nutzt das, was er gelesen hat, als seinen Einfluss; aber ich glaube nicht, dass es eine Sache des sklavischen Kopieren von jemandes Stil oder Haltung oder etwas in der Art ist. Wodehouse bewundere, verehre ich einfach nur. Er hat f\u00fcr sich eine Grabinschrift angefertigt: \u00bbDer hier liegt war ein Arbeiter.\u00ab Und das war er \u2026 es ist ihm nicht einfach zugefallen, er hat hart daran gearbeitet. Wenn man es liest, fliest es so unschuldig und gleichm\u00e4\u00dfig, aber er war ein Arbeiter, er hat sehr hart daran gearbeitet.<\/p>\n<p><em>Chris:<\/em> Wo wir vom Handwerk des Schreibens sprechen, ich habe geh\u00f6rt, dass Sie eine Geschichte mit einer Art \u00bbStimmung\u00ab anfangen, die Sie versuchen zu schaffen und \u00fcberzubringen. Schaffen Sie dann auch Charaktere, die zu der Stimmung passen?<\/p>\n<p><em>Jack:<\/em> Ich habe diese Methode zuletzt nicht so viel genutzt, aber, oh, vielleicht vor zwanzig oder drei\u00dfig Jahren, hatte ich, bevor ich eine neue Idee angefangen habe, eine Stimmung, ein gewisses Gef\u00fchl. Dann habe ich eine Handlung zusammengekratzt und \u2013 die Charaktere nicht absichtlich geformt, um zur Stimmung zu passen \u2013, aber die Geschichte um diese Stimmung herum ausgearbeitet, ohne zu pingelig damit zu werden. Mit anderen Worten: Ich habe die Stimmung vergessen, sobald ich die Geschichte angefangen hatte, auch wenn die Stimmung blieb, nehme ich an \u2026 besonders bei den <em>Tschai<\/em>-B\u00fcchern; ich habe sie mit einer Stimmung \u00fcber den Planeten angefangen.<\/p>\n<p>Aber es gab keine bew\u00e4hrte Methode: Es war einfach \u00bbprobier dies\u00ab und \u00bbarbeite es aus\u00ab. Ich habe keine Methode, wirklich, ich arbeite so, wie es mir im Augenblick gut erscheint. Aber ja, die Stimmung \u00fcberkommt mich und ich sage: \u00bbPuh, es w\u00e4re nett eine Geschichte unter diesen Umst\u00e4nden auszuarbeiten.\u00ab<\/p>\n<p><em>Jack:<\/em> Hatte die Stimmung, die Sie f\u00fcr die <em>Durdane<\/em>-Trilogie im Sinn hatten, etwas mit Musik zu tun?<\/p>\n<p><em>Jack:<\/em> Ich wei\u00df es nicht, m\u00f6glicherweise. K\u00f6nnte sein. Aber wie ich schon sagte, nehmt diese Sache mit der Stimmung nicht zu ernst, weil sie nur eine Art vor\u00fcbergehende Zutat bei der Arbeit an der Zusammenstellung der Geschichte ist. Sie ist vorhanden, aber keinesfalls der bestimmende Faktor.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<h2 id=\"1998\">1998<\/h2>\n<p>Ein von Paul Rhoads und Damien Dhondt angeregtes und am 14. September 1998 gef\u00fchrtes Interview. Ver\u00f6ffentlicht in der '98er Oktoberausgabe des Magazins SLASH Nr. 17 [ein franz\u00f6sisches Magazin].<\/p>\n<p>(Aus dem Franz\u00f6sischen ins Englische \u00fcbersetzt von Patrick Dusoulier, am 8. August 2002, aus dem Englischen ins Deutsche \u00fcbersetzt von Andreas Irle)<\/p>\n<p>Wenn es ein Sciencefiction-Meister verdient hat, wegen seines literarischen Einfallsreichtums international gepriesen zu werden, ist Jack Vance ganz entschieden einer von ihnen. Man kann sich vorstellen, wie aufgeregt\u00a0 wir waren, als SLASH eine M\u00f6glichkeit geboten wurde einen solchen \u00bblebendigen Gott\u00ab zu interviewen. Wir m\u00f6chten uns speziell bei France Ruault bedanken, ohne dessen Hilfe dieses Interview niemals unter solchen Umst\u00e4nden zustande gekommen w\u00e4re. Unser Dank gilt ebenfalls Damien, einem wirklichen Profi, der das gesamte Werk Vances wieder und wieder gelesen und den Schriftsteller bis sp\u00e4t in die Nacht studiert hat, wenn der Mond und die Sterne beginnen miteinander zu verschmelzen. Und vielen Dank an Paul Rhoads, einem Freund von Jack Vance, der dem Interview den letzten Ansto\u00df gegeben und einiges von seinem betr\u00e4chtlichen Wissen beigesteuert hat.<\/p>\n<p>Paul Rhoads hatte Vorbereitungen getroffen, um Jack die Fragen am Telefon zu stellen. Jack Vance erwiderte fr\u00f6hlich: \u00bbHier bin ich!\u00ab Er schien eine kindliche Freude an dem Gedanken zu haben interviewt zu werden und begann die Unterhaltung von sich aus, als w\u00e4re es ein Wettlauf oder ein Spiel. \u00bbBist du bereit?\u00ab Jack hat eine Tenorstimme, leise und beschwingt. In Kalifornien geboren, k\u00fcrzt er bestimmte W\u00f6rter ab, wie es der \u00f6rtlichen Sprechweise entspricht (beispielsweise sagt er \u00bb'um\u00ab satt \u00bbthem\u00ab). Er lacht viel und wechselt, seines \u00fcberflie\u00dfenden Geistes wegen, in eine andere Stimmung \u00fcber. Er l\u00e4sst mich an einen seiner ber\u00fchmten D\u00e4monenprinzen denken, Howard Alan Treesong (The Book of Dreams [Das Buch der Tr\u00e4ume]), mit seinen vielen Stimmen. Er macht einen im Allgemeinen sanften und vertr\u00e4umten Eindruck, pl\u00f6tzlich gibt er Bombast vor und verbirgt kaum sein Lachen, um einen Witz zu erz\u00e4hlen; beinahe sofort danach imitiert er eine Stimme oder stellt in einem t\u00e4uschend unschuldigen Ton eine clevere Frage.<\/p>\n<p>Paul Rhoads: <em>Ich bin bereit. Sollen wir anfangen?<\/em><\/p>\n<p>Jack Vance: Legen wir los!<\/p>\n<p><em>Du bist ein begeisterter Reisender und deine B\u00fccher zeigen gro\u00dfes Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen, was die Besonderheiten verschiedener Orte angeht. Was, glaubst du, sind die hervorstechendesten Unterschiede zwischen Europa und den Vereinigten Staaten.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>In Europa gibt es einen Sinn f\u00fcr Kontinuit\u00e4t: Europa erstreckt sich in die Vergangenheit. Dar\u00fcber hinaus gibt es gro\u00dfe Unterschiede zwischen den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. Das ist es, was ich an Europa mag, man f\u00e4hrt einfach mickrige 200 Kilometer weiter und findet sich in einer radikal anderen Kultur wieder. In den Staaten gibt es mehr Homogenit\u00e4t. Aber das spricht nicht gegen die Vereinigten Staaten: Es ist ein wunderbarer Ort und wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass er seine eigenen regionalen Unterschiede hat, obwohl sie nicht so gro\u00df sind, wie in Europa. Aber ich liebe Amerika\u2026 Zugegeben, die regionalen Unterschiede schwinden allm\u00e4hlich, Jahr f\u00fcr Jahr; das Gleiche trifft jetzt, mit der wachsenden Entwicklung der Europ\u00e4ischen Union, auf Europa zu. Aber ich mag das Gef\u00fchl eine Grenze zu \u00fcberschreiten und sich inmitten einer andern Kultur wiederzufinden, sagen wir, zwischen Italien und Frankreich, ich mag das einfach!<\/p>\n<p><em>Was h\u00e4ltst du von der franz\u00f6sischen Sciencefiction?<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Ich wei\u00df nichts dar\u00fcber\u2026 Ich halte Jules Vernes nicht f\u00fcr einen Sciencefiction-Autoren. Er ist mehr ein Ingenieur mit einem sehr bodenst\u00e4ndigen Schreibstil, ganz ohne Fantasy. Als Kind habe ich verschiedene Male <em>The Mysterious Island [Die geheimnisvolle Insel] <\/em>gelesen. Ich war richtig begeistert davon!<\/p>\n<p><em>Und italienische Sciencefiction?<\/em><\/p>\n<p>Davon kenne ich nichts\u2026 Au\u00dfer, dass Italo Calvino richtig langweilig ist!<br \/>\n<em>\u00a0Und Stanislaw Lem?<\/em><br \/>\nIch wei\u00df nicht, wer das ist.<\/p>\n<p><em>Und Gabriel Garcia Marquez? Er hat geschrieben, was man \u00bbMagischen Realismus\u00ab nennt.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Wer? Ich kenne nichts von diesem schicken Avantgarde-Zeug.<\/p>\n<p><em>Wer ist dein liebster Schriftsteller des 20sten Jahrhunderts?<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>P.G. Wodehouse.<\/p>\n<p><em>Deine Geschichten handeln nahezu immer in der Zukunft. Dennoch, verglichen mit andern Sciencefiction-Autoren, k\u00fcmmerst du dich nicht viel um zuk\u00fcnftige Technologie. Und du schreibst auch \u00fcber zeitgen\u00f6ssische Dinge, wie Umweltbelange. Auf welche Art, w\u00fcrdest du sagen, handeln deine Geschichten von der Zukunft und verdienen sie es wirklich \u00bbSciencefiction\u00ab genannt zu werden?<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Dar\u00fcber denke ich nicht nach. Ich erz\u00e4hle nicht gern von Robotern oder au\u00dferirdischen Wesen. Das ist wie mogeln beim Schach. Wenn man will, dass ein Roboter schnell l\u00e4uft, kurbelt man einfach am Griff und er l\u00e4uft schnell. Wenn man einen hyperintelligenten au\u00dferirdischen Alien haben will, hey presto! ist er hyperintelligent. Ich habe kein Interesse daran. Meine Geschichten handeln von der Entwicklung der Menschheit in verschienen Umgebungen. Ich mag das Wort \u00bbSciencefiction\u00ab nicht. Ich mag Geschichten, in denen Leute sich in verschiedenen Umst\u00e4nden wiederfinden und wie die Umgebungen ihre Vorstellungen ver\u00e4ndern. Ebenso versuche ich die Charaktere, die nicht im Jahr 25 Millionen AD oder BC leben, meinen Lesern verst\u00e4ndlich zu machen! Ich muss einen Charakter schaffen, mit dem sie sich identifizieren k\u00f6nnen, sodass ihre Reaktionen in dieser oder jener Situation mit denen des Charakters \u00fcbereinstimmen. Nehmen Sie zum Beispiel einen Bildhauer: Wenn die Kunstakademie ihn bittet eine Statue von einem Mann zu machen und er macht etwas, was aussieht wie gro\u00dfer Haufen W\u00fcrmer, wie kann man da erwarten, dass die Leute, die sich die Statue ansehen, sich mit ihr identifizieren? Wenn ich \u00fcber die Menschheit schreibe, suche ich nach einer Verbindung zwischen meinen Lesern und meinen Charakteren.<\/p>\n<p><em>In den '50er Jahren haben die Sciencefiction-Autoren den Eindruck vermittelt, dass die Menschheit kurz vor der Kolonialisierung anderer Planeten st\u00fcnde. Dennoch ist dies bisher nicht geschehen. Was denkst du dar\u00fcber?<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Ich verschwende keinen Gedanken daran. Ich muss darauf hinweisen, dass ich es nicht mag ein \u00bbSciencefiction-Autor\u00ab genannt zu werden! Mir ist all das Zeug gleichg\u00fcltig! Ich stehe abseits von allen Trends und Moderichtungen jeglicher Art. Vielleicht hat es Leute gegeben, die wirklich dachten, sie k\u00f6nnten zum Mars gehen und dort leben, aber ich pers\u00f6nlich habe nie daran geglaubt. Es macht keinen Sinn. Um Planeten zu entdecken, die um einen anderen Stern kreisen, muss man mit Lichtgeschwindigkeit reisen, was f\u00fcr die Menschheit unerreichbar ist. Was die Planeten unseres Sonnensystems angeht \u2013 sie sind unbewohnbar. Man br\u00e4uchte einen atemberaubenden Einsatz von Ressourcen, um dort eine Niederlassung zu errichten, aber man w\u00fcrde einen sehr guten Grund brauchen, um solche Kosten auf sich zu nehmen. All das macht keinen Sinn. Man braucht Lichtgeschwindigkeit f\u00fcr die Geschichten. Au\u00dferdem muss man voraussetzen, dass alle Fragen der verschiedenen Biologien gel\u00f6st sind, sodass die Leute nicht einfach tot umfallen, wenn sie auf einem der Planeten landen. Es sind einfach Konventionen.<\/p>\n<p><em>Du schreibst oft \u00fcber die Kindheit. Du verwendest Kinder als Protagonisten und deine Helden und Schurken haben tragische Kindheiten durchlebt. Hat das einen Bezug zu deinem eigenen Leben oder, wenn nicht, was hat dieses Thema f\u00fcr eine Bedeutung?<\/em><\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht\u2026 Jedes Leben beginnt mit der Kindheit\u2026 Es ist unm\u00f6glich eine Person von ihrer Kindheit zu trennen. Ich habe mir diese Frage so nie gestellt. Es hat definitiv nichts mit Autobiografie zu tun. Ich verwende Kindheitserlebnisse, um die Entwicklung meiner Helden zu erkl\u00e4ren. Ich lasse zu, dass ihre Vergangenheit und ihre Umgebung sie beeinflussen.<\/p>\n<p><em>Unter den faszinierendsten Charakteren finden wir deine Kriminellen. Oft sind es K\u00fcnstler oder sie werden durch k\u00fcnstlerische Impulse angetrieben. Hei\u00dft das, dass das B\u00f6se eine Quelle der Kreativit\u00e4t ist oder die Kreativit\u00e4t eine Quelle des B\u00f6sen?<\/em><\/p>\n<p>Nein\u2026 B\u00f6se Menschen sind interessant, weil\u2026 Kenne ich selbst eigentlich b\u00f6se Menschen? Ich glaube nicht! Ein paar, vielleicht. Es ist leicht \u00fcber b\u00f6se Menschen zu schreiben, die keiner kennt! Was ist mit dir, kennst du welche?<\/p>\n<p><em>\u2026 Ja, meinen Nachbarn.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Ha! Es gibt sie, nat\u00fcrlich! Stalin, der Marquis de Sade, Gilles de Rais, Kaiser Tiberius, sie alle k\u00f6nnen in der Legion der B\u00f6sen in den vordersten Reihen paradieren! Was ist das B\u00f6se? Es ist die Essenz des Egoismus', der bis ins Extrem reicht und nicht auf die Gef\u00fchle anderer Menschen achtet. Wie kann man sich an der Folterung anderer erfreuen? Ich erschaudere einfach bei dem Gedanken daran! Wenn ich daran denke, was Iwan der Schreckliche tun konnte\u2026 Es ist zu schrecklich, man kann es nicht begreifen. Auf der anderen Seite ist die Kreativit\u00e4t eine alles verschlingende Leidenschaft. Es kann gut sein, dass die besten Aspekte des Lebens von ihr herr\u00fchren. Aber vielleicht tendieren derart inspirierte Menschen dazu die Gef\u00fchle anderer Menschen zu ignorieren.<\/p>\n<p><em>Du behandelst oft politisch empfindliche, kontroverse Themen. <\/em>Wyst <em>kritisiert den Egalitarismus, w\u00e4hrend <\/em>Trullion <em>eine nachgiebige Gesellschaft gutzuhei\u00dfen scheint. In <\/em>Cadwal <em>zeigst du das Mittel der Deportation auf, um ein sehr akutes Einwanderungsproblem zu l\u00f6sen, obwohl deine B\u00fccher Sklaverei ansonsten verurteilen. Wie siedelst du dich selbst an: links oder recht?<\/em><\/p>\n<p>Weder noch, ich bin nur ich selbst. Ich bin definitiv nicht links. Und ich bin nicht religi\u00f6s. Ich bin gegen Egalitarismus, aber ich hoffe, dass jedes menschliche Wesen, das geboren wird, eine Chance hat ein gl\u00fcckliches Leben zu f\u00fchren. Ich bin gegen Faulheit, Betrug, Diebstahl von seinem besten Freund und all diese gemeinen Dinge, die die Menschen tun! Gleichheit ist eine Krankheit der gegenw\u00e4rtigen Gesellschaft. Dasselbe gilt f\u00fcr Religion\u2026 Aber die Katholische Kirche hat nichts mit Egalitarismus zu tun, sie hat so viel Hierarchie, wie man nur haben kann. Was ich nicht mag, sind Gedanken, die darauf abzielen, dass alle zur selben Musik tanzen. Jeder muss sein eigenes Lied singen\u2026 Manchmal muss man einfach sagen: \u00bbHey! Was ist das f\u00fcr ein altes Lied, was du da st\u00e4ndig laut vor dich her singst? Ich kann es nicht mehr ausstehen!\u00ab<\/p>\n<p><em>Stimmt es, dass die franz\u00f6siche Kolonialgeschichte in Algerien <\/em>The Gray Prince [Die Dom\u00e4nen von Koryphon] <em>inspiriert hat? (1)<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Nein, das war eine abstrakte Idee. Ich bin mir einfach bewusst geworden, dass die rechtm\u00e4\u00dfige Eignerschaft \u00fcber jedes St\u00fcck Land, wie klein auch immer es sein mag \u2013 au\u00dfer in den extrem n\u00f6rdlichen Regionen oder \u00e4u\u00dferst unbewohnbaren Orten \u2013 Ergebnis eines anf\u00e4nglichen Gewaltaktes ist. Man muss nur weit genug in der Vergangenheit zur\u00fcck gehen. Die amerikanischen Indianer beklagen sich dar\u00fcber aus ihrem Land vertrieben worden zu sein, aber sie haben das gleiche vorher mit andern St\u00e4mmen gemacht, und so weiter, zur\u00fcck bis zu den ersten Siedlern, die \u00fcber die Beringsee gekommen sind.<\/p>\n<p><em>Und\u2026 diese ersten Siedler haben die Tiere vertrieben?<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Richtig. Alle S\u00e4belzahntiger sind ausgestorben! Aber das Buch ist nicht eines meiner liebsten. Es ist nicht schlecht, was die Orte betrifft, aber ich habe es nicht ordentlich bis zum Schluss gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>The Gray Prince <em>und<\/em> Cadwal <em>scheinen Kolonialismus gutzuhei\u00dfen. Ist das richtig?<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Ich wei\u00df nicht, was Kolonialismus ist. Hei\u00dft es einfach, dass weiter fortgeschrittene Gesellschaften schw\u00e4cheren ihre Regeln aufzwingen? In <em>Cadwal <\/em>gibt es Menschen, die eine jungfr\u00e4uliche Welt finden und sie intakt erhalten wollen. Es ist, als h\u00e4tte jemand eine Insel und will nicht, dass irgendein R\u00fcpel kommt und alles verschandelt. Kolonialismus ist nur ein Name f\u00fcr das, was alle menschlichen Wesen tun. Die Indo-Europ\u00e4er haben Griechenland kolonisiert, die Kelten Frankreich. Solche Dinge geschehen! Eine Gesellschaft dominiert die andere und danach kommt es zur Assimilation. Wenn die Leute von Kolonisation reden, meinen sie im Allgemeinen die Art von Dingen, die England und Frankreich w\u00e4hrend des 19ten Jahrhundert getan haben. Ich sehe nichts Falsches darin. Es ist normal. Manchmal ist es gut, manchmal nicht. Manchmal ist es sogar sehr vorteilhaft! Nimm zum Beispiel Indien. Als ich in Indien war, habe ich st\u00e4ndig geh\u00f6rt: \u00bbOh, wie viel besser war alles mit den Engl\u00e4ndern! Zehn Mal besser!\u00ab In Nordafrika ist das anders, aber in Dakar und in Marokko sind die Franzosen immer noch! Sie sind nie richtig weg gewesen, obwohl ich bezweifle, dass die Fremdenlegion im Atlas immer noch sehr beliebt ist! Diese Dinge sind so komplex, sie f\u00fchren zu so vielen Gedanken und Theorien, dass es sehr schwer ist dar\u00fcber zu urteilen\u2026 Manchmal ist es vorteilhaft, manchmal nicht. Ich erinnere mich an ein Bild von einem erbarmungsw\u00fcrdigen kleinen Vietnamesen \u2013 er sah wie 5 aus, ganz d\u00fcrr und runzelig \u2013, der einen enormen Holl\u00e4nder, der 300 Pfund wog, auf dem R\u00fccken trug, um in \u00fcber einen Fluss zu bringen. Die massigen Hinterbacken des Holl\u00e4nders waren komplett um die Schultern des Vietnamesen geschlungen!\u2026 Und dann stelle ich mir vor, dass das auch gut f\u00fcr den Vietnamesen war. Der Holl\u00e4nder muss ihm einen Piaster gegeben haben, um sich eine kleine Sch\u00fcssel Reis kaufen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\"The Murthe\" [Die Murthe] <em>scheint eine Verurteilung des Feminismus' zu sein. Ist das ein richtiger Eindruck?<\/em><\/p>\n<p>Nein, keine Verurteilung, sondern einfach eine Satire. Ich bin sehr f\u00fcr die Gleichberechtigung der Frauen. Sie haben das Recht auf Gleichbehandlung vor dem Gesetz. Was ich nicht mag, sind all diese m\u00fcrrischen, griesgr\u00e4migen Frauen! Aber das bring mich zum Lachen. Wer war noch diese Frau? Sie war eine Schriftstellerin\u2026 Wir waren zusammen mit den Herberts (Frank) unterwegs. Ich ging an ihr vorbei und gab ihr einen kleinen Klaps mit meinem Banjo auf den Hintern \u2013 ich wei\u00df nicht mehr in welcher Tonart es gestimmt war \u2013, aber das war alles, es war keine Kr\u00e4nkung beabsichtigt. Dann begannen ihre Lippen zu beben, ihre Augen flammten auf. Sie sagte (Jack nimmt eine tiefe, eindringliche Stimme an): \u00bbTu das nie wieder, Jack!\u00ab Ich sagte OK! Ich mag es nicht, wenn die Leute sich zu sehr aufregen. Aber die Frauen haben das Recht zu versuchen ihre Situation zu verbessern. Eines Tages war ich mit einer Gruppe in einem \u00f6ffentlichen Geb\u00e4ude. Alle gingen vor mir hinaus und dann kam eine Frau, die nicht von unserer Gruppe war, und ich hielt ihr die T\u00fcr auf. Sie sagte zu mir: \u00bbHalten Sie die T\u00fcr nicht f\u00fcr mich auf!\u00ab Also trat ich vor ihr hinaus, hielt die T\u00fcr aber immer noch auf, ansonsten w\u00e4re sie ihr ins Gesicht geknallt. Doch sie weigerte sich immer noch hindurchzugehen. Sie blickte mir in die Augen und ihre Augen sagten: \u00bbDu Bastard!\u00ab Sie drehte sich um und ging zur\u00fcck in das Geb\u00e4ude!<\/p>\n<p><em>Franz\u00f6sische Kritiker behaupten, dass Thaery von den Vereinigten Staaten inspiriert ist. Was sagst du dazu? (2)<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0Thaery?<\/em> Was ist das?<\/p>\n<p><em>Du wei\u00dft das nicht? In <\/em>Maske: Thaery <em>ist der Staat in L\u00e4nder aufgeteilt\u2026<\/em><\/p>\n<p>Ah, ich wei\u00df\u2026 Nein, absolut nicht.<\/p>\n<p><em>Sklaverei und Besitzanspruch kommen in deinen Werken oft vor. Gibt es da eine Verbindung zur Geschichte der Vereinigten Staaten?<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Absolut nicht. Diese Art Dinge kommen von tief im Inneren des menschlichen Wesens. Vielleicht hatten die Neandertaler Sklaven, wer wei\u00df? England hat die Sklaverei im 18ten Jahrhundert abgeschafft, ist das richtig? (3). In Amerika bedurfte es eines Krieges. Die Araber halten immer noch Sklaven, sogar heute noch. Mit den Farmp\u00e4chtern ist es das Gleiche, es sind nur verschiedene Namen f\u00fcr eine Person, deren Leben von einer anderen abh\u00e4ngt. In Russland gab es Leibeigene. Nein, es hat nichts mit Amerika zu tun, sondern mit der menschlichen Rasse.<\/p>\n<p><em>Kannst du erkl\u00e4ren, warum du f\u00fcr die amerikanische Intervention in Vietnam gewesen bist?<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Nat\u00fcrlich. Zu der Zeit hatte der Kommunismus Kraft. Die Kommunisten hatten China \u00fcbernommen. Mit dem Koreakrieg haben wir sie zur\u00fcckgedr\u00e4ngt. Mir schien es, sie m\u00fcssten in einem globalen Ma\u00dfstab aufgehalten werden. Ich glaubte an die Domino-Theorie (die besagt, dass ein kommunistisches Land seine Nachbarn ebenfalls in den Kommunismus f\u00fchren w\u00fcrde). Ich glaube immer noch, wir haben unsere Chance vertan. Wenn wir den Krieg wirklich gewollt h\u00e4tten, h\u00e4tten wir es richtig tun und sie vernichten m\u00fcssen, statt uns zur\u00fcckhaltend zu geben. Das glaube ich auch heute noch. Unser Politik ist schlecht gelenkt gewesen. Was in diesen Tage vor sich gegangen ist, war schrecklich! Zu der Zeit hatten wir diese Kommunisten, die sich \u00fcber schwache Demokratien hermachten, eine wahre Flut des B\u00f6sen \u00fcber die Welt. Wenn wir uns gegen soetwas h\u00e4tten verteidigen wollen, h\u00e4tten wir die Courage haben m\u00fcssen zu k\u00e4mpfen. Heute haben wir eine moderatere Meinung, aber in jenen Tage sahen wir es als Kampf bis zum Tod.<\/p>\n<p><em>Basieren irgendwelche der Seeabenteuer in deinen B\u00fcchern auf deinen eigenen Erfahrungen auf hoher See?<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Nein, absolut nicht.<\/p>\n<p><em>\u00a0Es sieht aus, als h\u00e4ttest du ein besonderes Interesse an der irischen Mythologie. F\u00fchlst du dich von ihr mehr angezogen, als von anderen Mythologien?<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Ja, etwas. Aber ich mag auch die russischen Mythen! Sie sind voller Launen, voller Vorstellungskraft. Cu Chulainn interessiert mich nicht. Alle diese Geschichten \u00fcber Viehdiebe sind langweilig. Ich bevorzuge Feen- und Geistergeschichten, aber russische Mythen sind packend, wie die von dem Haus, das auf H\u00fchnerbeinen l\u00e4uft.<\/p>\n<p><em>Was ist mit griechischen Mythen?<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Die langweilen mich. Ihnen fehlt dieses gewisse Etwas, diese Unterstr\u00f6mung des Fremdartigen und der Wildheit. So, wie bei dem mit der Medusa.<\/p>\n<p><em>In <\/em>The Chasch [Die Stadt der Khasch] <em>hast du geschrieben \u00bbIn Pera ist es niemanden erlaub zu stehlen und zu vergewaltigen, au\u00dfer Naga Goho und seinen Schnappern.\u00ab Das ist ein bisschen stark oder was denkst du?<\/em><\/p>\n<p>Das ist nur Satire. Es ist ein Teil der Eigenschaften der Gesellschaft, in vollst\u00e4ndiger Harmonie mit ihren Prinzipien.<\/p>\n<p><em>\u00a0Der mysteri\u00f6se Charakter, der in der <\/em>Alastor<em>-Serie auftaucht, ist das der Connat?<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Ja, ich m\u00f6chte nicht allzu deutlich werden. Er ist ein wohlwollender Tyrann, eine Fliege an der Wand oder der Nikolaus. Er ist nicht allm\u00e4chtig wie Gott, aber er ist da. Er reist verkleidet umher, sitzt in Bars und macht sich ein Bild von dem, was vorgeht. Ich wei\u00df, dass das unm\u00f6glich ist. Es ist kaum zu glauben! Ich habe diese Idee verwendet, weil sie mir gefallen hat. Aber ich wei\u00df, es ist unm\u00f6glich \u00fcber 3000 Planeten zu herrschen, indem man von Bar zu Bar geht! Es ist keine gro\u00dfartige Vorstellung, nur eine, die wie eine Rauchstr\u00e4hne umherschwebt: ein netter Mann, der hier- und dorthin geht, einige gute Taten vollbringt und dann wieder fortgeht. Aber wenn ich mir einen Splitter in den Fu\u00df ziehe, glaube ich nicht, dass sich pl\u00f6tzlich die T\u00fcr auft\u00e4te und Pr\u00e4sident Clinton hereinrauschen w\u00fcrde, um ihn mir herauszuziehen!<\/p>\n<p><em>In <\/em>Servants of the Wankh [Gestandet auf Tschai] <em>und anderen Geschichten schreibst du \u00fcber offizielle Assassinen-Organisationen mit einem gut angesehenen Platz in der Gesellschaft. Was magst du an dieser Idee?<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Nichts, es ist nur um der Schockwirkung willen.\u00a0 Es ist wie in Clarges (<em>To Live Forever) [Kaste der Unsterblichen]<\/em>, wo es ein Mittel ist, um die \u00dcberbev\u00f6lkerung zu kontrollieren. Es ist wie ein Spiel mit Worten: \u00bbHeute Abend laden wir unseren Assassinen zum Essen ein!\u00ab Nun\u2026 Es ist einfach, was man einen pathetischen rhetorischen Trick bezeichnen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><em>Am Ende der <\/em>Durdane<em>-Serie und der <\/em>D\u00e4monenprinzen<em>-Serie werden deine Helden von Melancholie befallen: Weshalb?<\/em><\/p>\n<p>Das kommt daher, dass ich selbst von Melancholie befallen werde, wenn ich eine Serie beende\u2026<\/p>\n<p><em>Welchen deiner Helden hast du am liebsten?<\/em><\/p>\n<p>Ich habe keinen Lieblingshelden\u2026 Cugel, vielleicht. Aber er ist nicht mein Liebling, es ist nur, dass er mich \u00fcberrascht\u2026 Ich glaube eher, ich bewundere mich daf\u00fcr, dass ich ihn erfunden habe.<\/p>\n<p><em>Weshalb machst du mit ihm nicht weiter?<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Ich glaube nicht, dass ich das k\u00f6nnte. Ich bin sehr stolz auf die beiden Cugel-B\u00fccher\u2026 Obwohl ich \u00fcber das erste Kapitel des ersten Buches nicht gl\u00fccklich bin. Ich w\u00fcrde es gern korrigieren. Ich mag Navarth sehr, den Verr\u00fcckten Dichter. Ich identifiziere mich mit ihm! Und da sind einige Frauen, die ich liebe\u2026 Besonders dieses M\u00e4dchen in dem gleichen Buch, wie war doch ihr Name\u2026 Flir?<\/p>\n<p><em>Meinst du\u00a0 <\/em>Jheral Tinzy<em>?<\/em><\/p>\n<p>Nein, eines der M\u00e4dchen, die aus ihr hervorgegangen sind.<\/p>\n<p><em>Drusilla Wayles<\/em><em>?<\/em><\/p>\n<p>Ich kann mich nicht erinnern, aber Gersen trifft sie auf den Docks, als er zu Navarth geht, wei\u00dft du, was ich meine?<\/p>\n<p><em>Ja, das ist Drusilla, Zan Zu von Eridu. Sie tr\u00e4gt einen schwarzen Rock und eine braune Jacke.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Wenn ich an sie denke, l\u00e4uft mir ein Schauer \u00fcber den R\u00fccken. Ich finde sie aufregend. Und dann gibt es noch dieses andere M\u00e4dchen in <em>Abercrombie Station [Jean - eine von acht]<\/em>. Ihr Name ist Jean Parlier. Ich bewundere sie.<\/p>\n<p><em>Magst du den Fernsehfilm, der auf <\/em>Bad Ronald <em>basiert?<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Nein, ich habe ihn nicht gesehen, aber er ist mit geschildert worden. Vielleicht h\u00e4tte ich ihn mir ansehen sollen\u2026 Im Allgemeinen verd\u00fcnnen Film und Fernsehen ein Buch und reduzieren es zu einem Nichts. Ich habe die Filme, die aus meiner Schreibe gemacht worden sind, nie gemocht.<\/p>\n<p><em>Gibt es irgendwelche neuen Adaptionen?<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Vielleicht ein paar, aber ich wei\u00df es nicht. Mein Agent hat etwas erw\u00e4hnt, aber\u2026<\/p>\n<p><em>Weshalb benutzt du verschiedene Pseudonyme: Jack Vance, John Holbrook Vance und Ellery Queen?<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Weil Ellery Queen mir 3000 Dollars pro Buch geboten hat. In jenen Tagen war das viel Geld! Der Vertrag schrieb vor, dass ich nicht offenbaren durfte, dass ich sie geschrieben hatte. Also, in der Theorie, habe ich diesen Namen eigentlich gar nicht verwendet. Jedenfalls hat er einfach meine gute Prosa genommen und dann eine Menge Make-up hinzugef\u00fcgt, um sein eigenes S\u00fcppchen zu kochen. John Holbrook Vance ist f\u00fcr meine Kriminalromane reserviert. Ich habe den Namen Jack Van See f\u00fcr \"First Star I See Tonight\" verwendet. Der Plan war viele Namen f\u00fcr verschiedene Stoffe zu haben, um mehr davon zu verkaufen, aber es funktionierte nicht. Ich konnte nicht abliefern. Es ist ein gescheitertes Konzept.<\/p>\n<p><em>Deine letzten B\u00fccher wirken etwas anders als die vorherigen. Was denkst du dar\u00fcber?<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em>Ich wei\u00df es nicht. Ich sehe das nicht\u2026 Ich werde alt, das ist normal! Ich m\u00f6chte nicht immer wieder dasselbe machen. Das habe ich doch schon in \u00bbHenry Meets the Tiger\u00ab geschrieben, zum Kuckuck nochmal! jetzt mache ich etwas anderes. Jedes Jahr gibt es etwas Neues. Aber meine Interessen entwickeln sich ein wenig\u2026 Obwohl nicht viel. Nun gibt es weniger \u2018\u00e9clat\u2019. Aber ich wei\u00df es nicht\u2026 Ich f\u00fchle mich entspannter. In <em>Ports of Call [Kaleidoskop der Welten] <\/em>(das neueste ver\u00f6ffentlichte Werk) gibt es mehr komischen Stoff; still und leise lasse ich den komischen Teil meiner Natur \u2013 das, was davon vorhanden ist \u2013 heraus.<\/p>\n<p>(1): siehe Jacques Chambons Vorwort zu \u201cLe Livre d\u2019Or de la Science-Fiction, Jack Vance\u201d (\u00abJack Vance, le grand temple de la science-fiction\u00bb)<\/p>\n<p>(2): Jacques Goimard im Vorwort zu \u00abUn tour en Thaery\u00bb<\/p>\n<p>(3): Geschichtlicher Fehler, das war im fr\u00fchen 19ten Jahrhundert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview mit Jack Vance von 2003 \u2013 als pdf (728KB):\u00a02003 Interview mit Jack Vance von 1998 \u2013 als pdf (195KB): 1998 2003 \u00a0Ein Gespr\u00e4ch von VIE-Mitarbeitern \u00a0mit Jack Vance Am Wochenende des 2. und 3. August 2003 haben sich einige VIE-Mitarbeiter \u00fcber Tele-Konferenz mit Jack Vance unterhalten. Die Teilnehmer am Samstag waren Joel Anderson, Jeremy Cavaterra, Brian Gharst, Chuck King&nbsp;<a href=\"http:\/\/spatterlight.de\/?page_id=289\" class=\"read-more\">Weiter lesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":29,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/spatterlight.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/289"}],"collection":[{"href":"http:\/\/spatterlight.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/spatterlight.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/spatterlight.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/spatterlight.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=289"}],"version-history":[{"count":12,"href":"http:\/\/spatterlight.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/289\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":445,"href":"http:\/\/spatterlight.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/289\/revisions\/445"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/spatterlight.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/29"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/spatterlight.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=289"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}